Risikoadjustierte Performance von Private-Debt-Vehikeln
Isil Erel, Thomas Flanagan und Michael Weisbach von der Ohio State University haben in einem Research Paper die risikoadjustierte Performance von Private-Debt-Fonds untersucht. Um Private Debt bepreisen zu können, wird auf Basis der Cash Flows ein Replikationsportfolio aus börsennotierten Benchmarks konstruiert. Der Marktpreis des Replikationsportfolios kann dann zur Bepreisung von Private Debt verwendet werden. Das Sample umfasst Private-Debt-Fonds der Auflagejahre 1992 bis 2015.
Es zeigt sich, dass die abnormale risikoadjustierte Rendite von private Debt statistisch insignifikant ist. Offenbar sind Private-Debt-Fonds in der Lage, durch die hohen vereinnahmten Zinsen sowohl die eigenen Gebühren als auch die Ausfallrisiken zu kompensieren. Angesichts der Wettbewerbssituation sind die Möglichkeiten der Fonds, ihre Zinsen weiter zu erhöhen, jedoch begrenzt, so dass die Investoren zwar adäquat für die eingegangenen Risiken entschädigt werden, jedoch keine darüberhinausgehende Prämie vereinnahmen können.

Quelle: Erel, Flanagan, Weisbach, 2024
Die Autoren merken an, dass das Ergebnis wesentlich von der Risikoadjustierung bzw. den verwendeten Risikofaktoren im Replikationsportfolio abhängt. Wenn für die Replikation von Private Debt lediglich Fremdkapital herangezogen wird, führt dies zu einem statistisch signifikanten Gewinn von 0,11 bis 0,12 US-Dollar pro 1 US-Dollar investierten Kapitals. Diese Schätzung entspricht einem Netto-Alpha von 1,8 % für Private-Debt-Fonds. Private Debt ist allerdings ausreichend aktienähnlich, so dass aktienspezifische Risikofaktoren berücksichtigt werden müssen, um das Risiko angemessen zu bereinigen. Im Vergleich zu anderen Schuldtiteln sehen die Renditen von Private Debt attraktiver aus, als sie tatsächlich sind, da diese Fonds aktienbasierte Risiken enthalten.
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