07.06.2017 | Studie

Rendite-Risiko-Analyse des norwegischen Pensionsfonds

Norges Bank Investment Management hat Ende März eine umfangreiche Performanceanalyse der Aktien- und Anleiheninvestments des staatlichen norwegischen Pensionsfonds veröffentlicht. Der Fonds hat eine Zielallokation von 60 % Aktien und 35-40 % Fixed Income. Bis zu 5 % können in Immobilien investiert werden. Die Teilportfolios für Aktien und Anleihen werden jeweils anhand individueller Benchmarks gemanagt. Das Aktienportfolio weist gegenüber dem globalen Aktienmarkt insbesondere hinsichtlich ethischer Ausschlusskriterien und geographischer Gewichtungen Abweichungen aus. So ist der Fonds in Europa und in Emerging und Frontier Markets übergewichtet und in den USA und Kanada untergewichtet. Darüber hinaus investiert der Fonds nicht in Unternehmen, die in den Bereichen Waffen, Tabak oder Kohle aktiv sind. Ebenfalls werden Unternehmen ausgeschlossen, die Menschenrechte verletzen, schwere Umweltschäden verursachen oder begünstigen oder ethische Normen missachten.


Quelle: Norges Bank Investment Management (NBIM)

In diesem Jahr hat das Fondsmanagement zum ersten Mal die Auswirkungen der Ausschlusskriterien untersucht. Es zeigt sich, dass zwischen 2006 und 2016 Performanceeinbußen von insgesamt 1,1 % hingenommen werden mussten - rund 0,10 % p.a. In diesem Zeitraum lag die annualisierte Rendite des Aktienportfolios bei 4,8 % p.a. Die verpasste Performance ließ sich fast ausschließlich auf die Ausschlüsse von Tabak und Waffen zurückführen, die über die vergangenen elf Jahre insgesamt fast 2 Prozentpunkte kosteten - rund 0,17 % p.a. Durch die verhaltensbasierten Ausschlüsse konnte der Fonds jedoch 0,8 Prozentpunkte mehr Rendite erzielen als der breite Aktienmarkt - rund 0,07 % p.a. Zu den Auswirkungen auf der Risikoseite werden keine Angaben gemacht.
Darüber hinaus wendet der Fonds zahlreiche Faktorstrategien an und verfolgt beispielsweise Relative-Value-Ansätze in systematischen Risikofaktoren. 2016 waren Faktoransätze mit einem Outperformancebeitrag gegenüber der internen Benchmark von 19 Basispunkten die stärkte Return-Komponente im Aktienportfolio.


Quelle: Norges Bank Investment Management (NBIM)

Auf der Anleihenseite ist der Fonds in Schwellenländern stark übergewichtet. Untergewichtet werden dagegen Japan und die USA. In den Sektoren bestehen Übergewichte in Inflation-linked Bonds und Treasuries, auf die rund 7 bzw. 60 % der Fixed-Income-Allokation entfallen. Industrials und Financials sind mit 14 und 10 % leicht übergewichtet. In strukturierte Papiere wie ABS, CMBS oder MBS Passthroughs ist der Fonds hingegen nicht investiert.
Per Ende des ersten Quartals 2017 hat der Fonds ein Vermögen in Höhe von umgerechnet 850 Mrd. Euro investiert, davon rund 530 Mrd. Euro in Aktien und 260 Mrd. Euro in Fixed Income. Das übrige Volumen ist in Real Estate allokiert.

Insbesondere für Anlagen in Schwellenländer und Frontier Markets sowie im Aktienbereich für Small- und Mid-Cap-Strategien greift das Fondsmanagement auf externe Manager zurück und verzichtet darauf, Know-how intern aufzubauen. In den letzten drei Jahren entfiel etwa die Hälfte der jährlichen Outperformance gegenüber der eigenen Benchmark auf den Beitrag externer Manager - rund 11 von 20 Basispunkten.


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