Regulierung von Prime Brokern erhöht Finanzmarktstabilität
Die Finanzkrise ließ bei politischen Entscheidungsträgern und Interessengruppen den Ruf nach mehr Kapitalmarktregulierung laut werden. So sollen Private Equity- und Hedgefonds ähnlich Publikumsfonds reguliert, und Offshore-Finanzplätze für eine internationale Finanzmarktaufsicht eingenommen werden. Das aktuelle Arbeitspapier "Hedge funds and financial stability: Regulating prime brokers will mitigate systemic risks" von Michael R. King (Bank for International Settlements) und Philipp Maier (Bank of Canada) beschäftigt sich mit der Frage, ob eine Regulierung von Hedgefonds tatsächlich zur Verminderung systemischer Risiken und zur Prävention von Finanzmarktkrisen geeignet ist.
Die Arbeit ist in drei wesentliche Abschnitte unterteilt. Zunächst wird der Markt für Hedgefonds beschrieben. Dabei wird insbesondere auf die Bedeutung des Sektors, Ausfallrisiko, systemische Risiken, Liquidität und die Verwendung von Leverage eingegangen. Der zweite Abschnitt beschreibt die drei wichtigsten Beziehungen von Hedgefonds und komplexen Finanzinstituten, sogenannten LCFIs (Large Complex Financial Institutions). Diese sind Prime Brokerage, Handelspartner und Hedgefondsmanagement. Während der Finanzkrise zeigte sich, dass die größten systemischen Risiken von eben diesen Institutionen ausgingen, obwohl sie bereits in verschiedenem Grad der Regulation unterliegen. Der letzte Abschnitt beschäftigt sich mit der Regulation von Hedgefonds, die direkt oder indirekt über die Prime Broker erfolgen kann.
Im Ergebnis stellen die Autoren eine indirekte Regulierung als geeignetes Mittel zur Verringerung systematischer Risiken heraus. Die Erhöhung der Anforderungen bezüglich Collateral und Risikomanagement bei den Prime Brokern sorge dafür, dass diese Hedgefonds über die Marktdisziplin regulieren. Zudem wäre die Umsetzung relativ einfach, da die Prime Broker bereits der Finanzmarktregulierung unterliegen, die gegenwärtigen Bestimmungen also nur angepasst werden müßten. Unvorteilhaft wäre stattdessen die direkte Regulierung von Hedgefonds. Durch die Offenlegung ihrer Positionen könnten Hedgefonds kaum noch Alpha generieren, zusätzlich könnten die Prime Broker die Informationen zu ihrem eigenem Vorteil nutzen. Ebenso würde eine direkte Regulierung das Herdenverhalten verstärken und Hedgefonds dazu bewegen, keine Positionen anderer Marktteilnehmer mehr abzusichern. Zudem würde eine direkte Regulierung Hedgefonds dazu bewegen, ihren Firmensitz in Offshore Finanzplätze zu verlagern. Die Autoren schließen mit einigen Empfehlungen für die Ausgestaltung der Regulierung von LCFIs.