Ratingagenturen entwickeln Bewertungsmodelle für Hedgefonds
Rating-Agenturen bereiten sich verstärkt auf die Bewertung von Hedgefonds vor. Nach der ersten öffentlichen Prüfung des New Yorker Hedgefonds Sorin Capital durch Moody's zieht nun auch Standard & Poor's mit einem erweiterten Bewertungskatalog nach. S&P will den Fokus auf die quantitative Analyse und operationale Risiken von Hedgefonds ausrichten.
Im Vordergrund steht dabei die Kreditwürdigkeit von Hedgefonds. Die Analysten prüfen, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Hedgefonds seine Verbindlichkeiten auch bedienen kann. Eine allgemeine Aussage zur Fondsqualität treffen sie dabei allerdings nicht, betont S&P-Kreditanalystin Tanya Azarchs aus New York. Damit unterscheidet sich der erweiterte S&P-Ansatz stark von Moody's Ratingkriterien. Letztere konzentrieren sich auf die Bewertung des Managements, lassen die eingegangenen Marktrisiken der Fonds aber außer Acht. Die Rating-Experten berücksichtigten vielmehr die Bewertung des Fondsvermögens, die Zuverlässigkeit der technischen Abwicklung, die interne Risikokontrolle eines Fonds und Fähigkeiten sowie Hintergrund der Manager.
Bisher hatte S&P nur einige wenige Hedgefonds mit einem Rating versehen, will aber seine Tätigkeit erweitern, da die Nachfrage zunimmt. Fitch, der dritte große Rating-Anbieter, erstellt bislang nur qualitative Ratings von Asset-Managern alternativer Investments.
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