Prognose der Tracking-Qualität von ETFs
In einer aktuellen Forschungsarbeit untersucht Thomas Merz von der ZHAW Zurich University of Applied Sciences das Tracking-Risiko europäischer physischer und swap-basierter ETFs. Hierzu wurden 131 Produkte analysiert, die 26 Aktien- und Anleihenindizes abbilden. Mit rund 28 Basispunkten ist die mittlere Tracking Difference von Aktien-ETFs deutlich höher als die von Anleihen-ETFs (17 Basispunkte). Der Unterschied zwischen physisch und synthetisch replizierten ETFs ist mit 28 gegenüber 25 Basispunkten gering. Dabei bestehen allerdings größere Spannweiten in den Abweichungen, als es die geringen Durchschnittswerte vermuten lassen: Bei Aktien-ETFs beträgt die Abweichung vom Index bis zu 2,2 Prozentpunkte.
Quelle: Merz (2015)
Es zeigt sich, dass der realisierte Tracking Error kein geeignetes Maß zur Prognose der zukünftigen Tracking-Qualität eines ETFs darstellt. In 45 % der Fälle führte die Verwendung des quadratischen Tracking Errors zur Abschätzung der Tracking Difference zu einer Unterschätzung des Tracking-Risikos. Dies gilt in besonderem Maße für Aktien-ETFs. Im Anschluss untersucht der Autor anhand eines Regressionsmodells, welche Faktoren tatsächlich geeignet sind, um die zukünftige Tracking-Differenz abzuschätzen. Die Variable mit dem mit Abstand höchsten Erklärungsgehalt ist die Total Expense Ratio. Je nach Replikationsmethode und Asset-Klasse kann ein Drittel bis die Hälfte der Tracking Difference durch die Gesamtkosten des ETFs erklärt werden. Weitere statistisch signifikante Faktoren sind Indexvolatilität, physische Replikation und Autokorrelation von ETF und Index.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds, darunter auch ETFs, jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 10.000 institutionelle Publikumsfonds, aufgeteilt in 23 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 80 Universen. Neben aktiven Fonds analysiert die Publikation auch mehr als 600 ETFs.