Private Equity: Renditeprofil, Liquidität und Umsetzung im Portfolio
Private Equity weist in historischen Renditevergleichen ein attraktives Verhältnis von Ertrag, Risiko und Diversifikation auf. FTSE Russell ordnet dieses Profil in einer Analyse im Kontext der spezifischen Bewertungs- und Liquiditätsmerkmale privater Märkte ein und zeigt zugleich, wie sich diese Eigenschaften bei einer liquiden Umsetzung verändern. Im Zeitraum 2006 bis 2026 konnte der FTSE StepStone US Buyout Daily Cash-Adjusted Index eine Überrendite gegenüber dem Russell 1000 in Höhe von 1,95 Prozentpunkten jährlich erzielen, bei erheblich geringerer Volatilität. Die Korrelation des US-Buyout-Index lag bei 0,81 zum Russell 1000 und bei 0,76 zum Russell 2000. Ein wesentlicher Treiber hierfür ist, dass Private Assets nicht regelmäßig marked-to-market bewertet werden, sondern durch die PE-Manager selbst.

Quelle: FTSE Russell
Für die Portfolioallokation folgt daraus eine differenzierte Betrachtung: Eine rein auf den berichteten Kennzahlen basierende Optimierung würde Private Equity wegen des höheren Return/Volatility-Verhältnisses sehr hoch gewichten. Dennoch stellt der individuelle Liquiditätsbedarf einen zentralen Faktor dar. Investoren mit langfristig planbaren Zahlungsströmen können illiquide Allokationen stärker berücksichtigen. Die Studie bewertet langfristige Renditen als aussagekräftiger, da Vermögenswerte bei Kapitalrückführung zu Marktpreisen bewertet werden.
Es stellt sich im nächsten Schritt die Frage nach der konkreten Implementierung im Portfolio, da der bislang als benchmark verwendete Index nicht direkt investierbar ist. Investoren können einzelne Private-Equity-Fonds oder diversifizierte Fondsportfolios nutzen. Daneben entstehen Anlagevehikel, die einen spezifischen Zugang zu Private Equity ermöglichen. Ihre konkrete Konstruktion bestimmt, inwieweit ihr Rendite-, Risiko- und Diversifikationsprofil vom breiten Private-Equity-Universum abweicht. Beispielhaft wird der FTSE DSC PE/VC Index untersucht, der Private-Equity- und Venture-Capital-Merkmale über börsengehandelte Titel abbildet und dadurch tägliche Marktbewertungen sowie Liquidität bietet. Dies führt zu kaum vorhandenen Renditeautokorrelationen und erhöht zusammen mit Methodikentscheidungen wie Leverage die realisierte Volatilität. Von Q1 2007 bis Q1 2026 erzielte der Index 17,7% annualisierte Rendite. Seine US-Large-Cap-Ausrichtung ging zudem mit einer hohen Korrelation zum Russell 1000 einher.

Quelle: FTSE Russell
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