19.10.2026 | Research

Private-Equity-Owner im Versicherungsgeschäft

Private-Equity-Firmen (PEGs) führen seit der globalen Finanzkrise zunehmend Übernahmen im Finanzsektor und insbesondere im Versicherungsgeschäft durch. Oleg Gredil von der Tulane University und Xinxin Zhang von der University of South Carolina untersuchen die Gründe für diese Entwicklung und welche Folgen dies für die Geschäftsaktivität der PEGs hat. Die Autoren unterscheiden zwischen Captive-Versicherern, die in die Investmentplattform einer PEG integriert werden und deren Anlageportfolio von ihr gesteuert wird, und Versicherern, die als klassische Portfolio-Unternehmen eines Private-Equity-Fonds gehalten werden. Während bei Portfolio-Unternehmen vor allem operative Entwicklung und spätere Veräußerung im Interesse der Fondsinvestoren im Vordergrund stehen, können Captive-Versicherer PEGs langfristiges und vergleichsweise stabiles Kapital für eigene Fonds, Beteiligungen und Kreditaktivitäten bereitstellen.

 

Quelle: Gredil, Zhang, 2026

Die Untersuchung basiert auf Daten zu 991 US-Versicherern und 232 potenziellen PEGs im Zeitraum von 2010 bis 2024. Für die Analyse der Geschäftsaktivität betrachten die Autoren 183 PEGs mit Versicherungsbezug und erfassen Fondsauflegungen, abgeschlossene Transaktionen und Kreditvergaben. Ergänzend nutzen sie regulatorische Veränderungen im Versicherungssektor, um den Einfluss von Captive-Versicherern auf diese Aktivitäten einzuordnen.

Die Ergebnisse zeigen, dass PEGs Versicherer bevorzugt als Captive erwerben, wenn diese höhere Kapitalquoten, eine höhere Verschuldung und einen größeren Anteil investierter Vermögenswerte aufweisen. Besonders Gruppen mit umfangreicher Kreditvergabe nutzen dieses Modell. Während klassische Portfolio-Unternehmen und Minderheitsbeteiligungen laut Studie keine wesentlichen Veränderungen bei Fondsauflegungen, Transaktionen oder Kreditvergaben aufweisen, verzeichnen PEGs mit Captive-Versicherern eine höhere Aktivität in diesen Bereichen. Die regulatorischen Analysen deuten darauf hin, dass Captive-Versicherer die externe Kapitalaufnahme bei LPs ergänzen. Nach einer Reform der Kapitalreservevorgaben für Lebensversicherer im Jahr 2020 (Principle-Based Reserving, PBR) stiegen bei PEGs mit Captive-Versicherern insbesondere Deal- und Kreditaktivitäten; eine stärkere Aufsicht über strukturierte Kreditinvestitionen ging mit einer geringeren Deal- und Kreditaktivität einher.


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