Private-Equity-Co-Investments mit attraktiven Renditen
In dem Forschungspapier „Adverse Selection and the Performance of Private Equity Co-Investments“ untersuchen Reiner Braun und Christoph Schemmerl von der TU München und Tim Jenkinson von der Oxford University, ob die Performance von Private-Equity-Co-Investments schlechter ist als die der Hauptinvestoren in Fondstrukturen. Co-Investments ermöglichen es Investoren, zu geringeren Kosten als im Fondsmantel zu investieren und zielgerichtetere Exposures aufzubauen. Aus Sicht der General Partners ist es vorteilhaft, für verschiedene Investorengruppen unterschiedliche Zugangswege zu bieten, Kundenbindungen zu bestehenden Limited Partners zu vertiefen und durch die Einbindung von Co-Investoren größere Deals durchführen zu können, die ohne Drittmittel nicht möglich wären. Fraglich ist, ob General Partner dazu neigen, gerade dann externe Co-Investoren hinzuzuziehen, wenn die Aussichten des Investments eher schlecht sind, und ansonsten vollständig über die Fondsstrukturen zu investieren (Adverse Selektion), oder ob die Reputationsschäden eines solchen Verhaltens zu groß wären.
Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass der relevanteste Einflussfaktor auf die Frage, ob Co-Investoren beteiligt werden oder nicht, die relative Größe des Deals ist: Je größer der Deal im Vergleich zum investierenden Fonds, desto eher werden Co-Investoren beteiligt. Auf Brutto-Ebene gibt es keine signifikanten Abweichungen zwischen den Fondsperformances und den Renditen der Co-Investments. Werden dagegen angemessene Gebührenstrukturen unterstellt, zeigt sich eine deutliche Outperformance der Co-Investments. Im Falle von Buyout-Investments liegt das Public Market Equivalent um 0,1 bis 0,3 oberhalb des Ergebnisses der Private-Equity-Fonds, bei Venture-Capital-Investments (VC) sind es 0,2 bis 0,4. Insgesamt gibt es keine Anzeichen, dass bei Co-Investments in Private Equity eine adverse Selektion stattfindet. 
Quelle: Braun, Jenkinson, Schemmerl, 2016
Angesichts der deutlichen positiven Schiefe der Renditenverteilung sollte allerdings ein breit diversifiziertes Portfolio von Co-Investments aufgebaut werden, das mindestens 10 (Buyout) bzw. 20 (VC) Positionen umfassen. Das verwendete Datensample umfasst 1016 Co-Investments in Zusammenarbeit mit 464 Private-Equity-Fonds, die insgesamt 13430 Investments unternommen haben. Es wurden also in gut 7 % der Fälle Co-Investoren beteiligt.
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