04.08.2005 | 

Private-Equity-Branche fordert neues Börsensegment

Die Private-Equity-Gesellschaften beklagen, dass es in Deutschland kein

geeignetes Börsensegment für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

gibt. Dabei sei das Potential vorhanden: Mehr als 100 KMU-Firmen, die

sich in den Portfolios der Beteiligungsgesellschaften befinden, kämen

für einen Börsengang in Frage. Das ist das Ergebnis einer akuellen

Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften

(BVK), an der sich 106 Private-Equity-Gesellschaften beteiligt haben.

?Sechs der neun Unternehmen, die seit 2004 an den Prime und General

Standard gingen, waren im Vorfeld mit Private Equity finanziert

worden?, sagt Michael Phillips, stellvertretender Vorstandsvorsitzender

des BVK. Dazu zählten Wincor Nixdorf, Epigenomics, PAION, Premiere,

Conergy und MTU Aero Engines. Von den derzeit diskutierten

IPO-Kandidaten der Jahre 2005 und 2006 sei rund die Hälfte mit Private

Equity finanziert.

?Die Beteiligungsgesellschaften betrachten die Einführung eines eigenen

Börsensegments für kleine und mittlere wachstumsstarke Unternehmen am

Finanzplatz Deutschland ? einen ?Neuen Neuen Markt? ? als dringend

notwendig?, sagte Phillips. ?Die Nachfrage unserer Branche und der

Unternehmen ist da. Zulassungsregeln, Folgepflichten und Kosten der

Notierung sollten sich an den Anforderungen kleiner und mittlerer

Unternehmen orientieren.?  Die derzeitige Struktur mit Prime und

General Standard sowie die regionalen Initiativen wie M:access (Börse

München) würden nur von einer Minderheit als ausreichend eingestuft.

Trotz der anhaltenden Probleme sehen die Beteiligungsgesellschaften der

IPO-Zukunft in Deutschland grundsätzlich positiv entgegen. Für das

zweite Halbjahr 2005 erwarten sie noch 10 Börsengänge. Für 2006 gehen

sie von 14 im ersten und 17 im zweiten Halbjahr aus.

 

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