Private-Equity-Branche fordert neues Börsensegment
Die Private-Equity-Gesellschaften beklagen, dass es in Deutschland kein
geeignetes Börsensegment für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
gibt. Dabei sei das Potential vorhanden: Mehr als 100 KMU-Firmen, die
sich in den Portfolios der Beteiligungsgesellschaften befinden, kämen
für einen Börsengang in Frage. Das ist das Ergebnis einer akuellen
Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften
(BVK), an der sich 106 Private-Equity-Gesellschaften beteiligt haben.
?Sechs der neun Unternehmen, die seit 2004 an den Prime und General
Standard gingen, waren im Vorfeld mit Private Equity finanziert
worden?, sagt Michael Phillips, stellvertretender Vorstandsvorsitzender
des BVK. Dazu zählten Wincor Nixdorf, Epigenomics, PAION, Premiere,
Conergy und MTU Aero Engines. Von den derzeit diskutierten
IPO-Kandidaten der Jahre 2005 und 2006 sei rund die Hälfte mit Private
Equity finanziert.
?Die Beteiligungsgesellschaften betrachten die Einführung eines eigenen
Börsensegments für kleine und mittlere wachstumsstarke Unternehmen am
Finanzplatz Deutschland ? einen ?Neuen Neuen Markt? ? als dringend
notwendig?, sagte Phillips. ?Die Nachfrage unserer Branche und der
Unternehmen ist da. Zulassungsregeln, Folgepflichten und Kosten der
Notierung sollten sich an den Anforderungen kleiner und mittlerer
Unternehmen orientieren.? Die derzeitige Struktur mit Prime und
General Standard sowie die regionalen Initiativen wie M:access (Börse
München) würden nur von einer Minderheit als ausreichend eingestuft.
Trotz der anhaltenden Probleme sehen die Beteiligungsgesellschaften der
IPO-Zukunft in Deutschland grundsätzlich positiv entgegen. Für das
zweite Halbjahr 2005 erwarten sie noch 10 Börsengänge. Für 2006 gehen
sie von 14 im ersten und 17 im zweiten Halbjahr aus.
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