Positive Wirkung von Private-Equity-Minderheitsbeteiligungen bei Familienunternehmen
Eine Studie der Stiftung Familienunternehmen in Zusammenarbeit mit der Universität München zeigt, dass Minderheitsbeteiligungen von Private-Equity-Gesellschaften beim Überwinden von Finanzierungsengpässen und Nachfolgeproblemen in Familienunternehmen helfen können. Die umfangreiche Studie der Autoren Prof. Ann-Kristin Achleitner, Stephanie Schraml und Florian Tappeiner basiert auf Erfahrungsberichten von Familienunternehmen, Private-Equity-Gesellschaften und Experten. Ziel ist es, die Transparenz in diesem in der Öffentlichkeit viel diskutierten Bereich zu erhöhen.
Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen:
Familienunternehmen bevorzugten die Minderheitsbeteiligung gegenüber anderen Finanzierungslösungen, da sie von der Kapitalstrukturverbesserung und der Professionalisierung der Unternehmensführung profitieren konnten. Darüber hinaus nahmen einige Familienunternehmen auch die Vorbereitung auf den Börsengang oder die Aufnahme eines neutralen Gesellschafters als Vorteile der Minderheitsbeteiligung wahr.
Familienunternehmen nahmen für die Prozesse vor und während der Beteiligung nur sehr selten professionelle Beratung in Anspruch. Sie verließen sich vielmehr auf ihr eigenes Gespür und/oder die Erfahrungen des langjährigen Hausanwalts. Die zwischenmenschliche Ebene war für die Familienunternehmen das wichtigste Entscheidungskriterium für die Wahl des Finanzierungspartners.
Darauf folgten die Ausrichtung der Investitionsstrategie und die regionale bzw. nationale Aufstellung des Investors. Finanzielle Konditionen spielten eine eher untergeordnete Rolle.
Die größten Auswirkungen auf das Unternehmen existierten in den Bereichen Corporate Governance, Controlling und Reporting sowie in der Finanzierung. Die Familienunternehmen profitierten insbesondere von der Professionalisierung der Unternehmensführung, der Objektivierung von Entscheidungen und dem Know-how der Private-Equity-Gesellschaften. Auswirkungen auf das Management variierten sehr stark. Effekte auf die Außenwirkung wurden selten beobachtet. In einzelnen Fällen berichteten Familienunternehmen sogar von positiven Signalen nach außen.
Die Familienunternehmen wiesen eine hohe Zufriedenheit mit der Minderheitsbeteiligung auf. Aus Sicht der Unternehmen war auch die Mehrheit derjenigen Private-Equity-Gesellschaften, die bereits einen Ausstieg realisieren konnten, mit der erzielten finanziellen Rendite sehr zufrieden.