Portfolioanalyse von Nachhaltigkeitsfonds
Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen hat eine Kurzstudie über die Ausrichtung von Nachhaltigkeitsfonds in Auftrag gegeben, die Anfang Mai veröffentlicht wurde. Hintergrund sind die Atomkatastrophe von Fukushima sowie die havarierte Ölplattform im mexikanischen Golf, da Aktien der jeweiligen Betreiberfirmen Tepco und BP auch in Portfolios von sogenannten Nachhaltigkeitsfonds lagen.
Der Autor der Studie, Jochen Bettzieche, untersucht daher die Portfolios von zehn Fonds mit nachhaltiger Titelauswahl. Dabei zeigt sich, dass jeder Anbieter ethische, ökologische und soziale Gesichtspunkte anders definiert. Neben den Betreibern von Atomkraftwerken befinden sich teilweise auch Zulieferer von Militärtechnologie oder Unternehmen, die nukleare Brennstoffe produzieren und handeln. Darüber hinaus belegt die Studie, dass es trotz enger Nachhaltigkeitskriterien nur wenige Überschneidungen der betrachteten Portfolios gibt. Der Autor fordert daher einen klar definierten Mindeststandard bei der Titelauswahl.
Quelle: Bettzieche (2012)
In einer Stellungnahme äußert sich Swisscanto Asset Management, dessen Fonds Swisscanto Portfolio Fund Green Invest Equity A Inhalt der Studie ist, zu den in den Anlageprozess einfließenden Kriterien. Am Beispiel eines Kabelherstellers, dessen Produkte sowohl zivil beim Ausbau von Stromnetzen als auch militärisch zur Kommunikation auf Atom-U-Booten eingesetzt werden, erläutert Swisscanto, wie differenziert die Anschauungsweise eines Titels sein kann. Transparenz bezüglich Titelauswahl und Ausschlusskriterien sind im Zusammenhang der Nachhaltigkeit unabdingbar. Insbesondere in Grauzonen ist jedoch eine differenziertere Betrachtung notwendig, die durch einen einheitlichen Mindeststandard nicht erreicht werden könne.
Fonds mit nachhaltiger Anlagestrategie werden von Absolut Research monatsakuell im Ranking: Sustainability-Fonds analysiert.