Pfandbriefe zur Finanzierung erneuerbarer Energien
Sean Kidney von der Climate Bonds Initiative (CBI), Frank Damerow von der LBBW und Stuart Clenaghan von Eco System Services haben Mitte Mai ein Diskussionspapier zur Ausgestaltung von Climate Bonds veröffentlicht. Darin stellen die Autoren vor, wie das Prinzip des deutschen Pfandbriefmarkts auf Anleihen mit Klimathemen übertragen werden kann. Solche Renewable Energy Covered Bonds (RECBs) könnten - ähnlich wie im Immobilienbereich - erheblich zur Finanzierung des Sektors beitragen. Dabei würden national oder supranational garantierte Asset-Pools mit erneuerbaren Energieprojekten gebildet, die daraufhin mit AAA verbrieft werden könnten. 
Quelle: CBI (2012)
Es sei effektiver, den Wert des Cover Pools öffentlich zu garantieren, als einzelne Projekte, wie etwa Offshore-Windparks, direkt zu unterstützen, schreiben die Autoren. RECBs könnten grundsätzlich unter der bestehenden Gesetzgebung eingeführt werden und den ersten Schritt zu einem funktionierenden Erneuerbare-Energie-Anleihen-Markt darstellen.
Es ist keine neue Erkenntnis, dass eine Etablierung von klimabezogenen oder "grünen" Anleihen bei Fixed-Income-Investoren notwendig ist, um einen Umstieg auf erneuerbare Energien zu finanzieren (siehe Absolut|report-News: "Nachhaltige SRI-Strategien mit Green Bonds"). Dennoch steckt das Marktsegment noch in den Kinderschuhen. Einer aktuellen Studie der CBI zufolge beträgt das Marktvolumen etwa 178 Mrd. US-Dollar (siehe Absolut|report-News: "Green-Bonds-Segment wächst"). Größte Hürde für die Durchsetzung bei institutionellen Investoren ist das fehlende Investment-Grade-Rating vieler Emissionen. Ein Ansatz über RECBs könnte grüne Anleihen für eine größere Anzahl von Investoren interssant machen.