16.03.2016 | Studie

Pensionsfonds planen Ausweitung alternativer Investments

Im Zuge historisch niedriger Zinsen, demographischem Wandel, anhaltend hoher Marktvolatilität und Finanzierungsproblemen hat State Street in einer Studie fünf Themenbereiche identifiziert, über die Pensionsfonds auf diese Herausforderungen reagieren können. Der erste Schwerpunkt ist die Governance der Pensionseinrichtungen. Insgesamt planen 92 % der Befragten, 2016 mindestens einen Governance-Aspekt zu verbessern. Hierzu gehören die klare Ausformulierung der Zielsetzung und die Benennung konkreter Risikoparameter, die Ausbalancierung der Verantwortlichkeiten zwischen Board und Management-Teams sowie die Schulung der Board-Mitglieder.
Zweiter Aspekt ist die Anpassung der Strategie an die längere Lebenserwartung der Mitglieder und die sich daraus ergebenden langfristigen Verpflichtungen. Weitere Punkte in diesem Zusammenhang sind die Implementierung zusätzlicher, alternativer Asset-Klassen und die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im Investment-Prozess. So planen 51 % der Befragten in den kommenden drei Jahren Investment in Dach-Hedgefonds, ebensoviele sehen vor ihr Immobilienexposure zu vergrößern. Auch die Themen Private Equity, Infrastruktur und Direct Loans werden von einer Vielzahl der Umfrageteilnehmer fokussiert. In Bezug auf Nachhaltigkeit zeigt sich in der Breite noch eine gewisse Zurückhaltung. 57 % räumen ESG-Fragen eine moderate Bedeutung für die nächsten drei Jahre ein. Nur 26 % sprechen von einem hohen Interesse ihres Hauses am Thema ESG-Investments.


Quelle: State Street

Beim dritten Kernthema, dem Risikomanagement, zeigt sich eine deutliche Polarisierung der Pensionsindustrie. 36 % der Befragten planen, das Risiko der Investments hochzufahren, während 45 % ihr Risikoprofil verringern wollen. In beiden Fällen ist es erforderlich, die Risikoquellen, darunter Langlebigkeitsrisiken, Liquiditätsrisiken und operationelle Risiken, zu verstehen. Auch die Implementierung alternativer Asset-Klassen macht die Verbesserung des Risikomanagements erforderlich. Effizienzsteigerungen stellen die vierte Baustelle für die Pensionsfonds dar. Es wird empfohlen, sowohl in den Bereichen Investment als auch Knowledge mit anderen Marktteilnehmern zu kooperieren. Schon jetzt planen 35 % der Pensionsfonds, mit anderen Pensionseinrichtungen die Assets und Verbindlichkeiten zu poolen, um die Effizienz zu steigern.


Quelle. State Street

Sowohl die Ausweitung der Investment-Strategien als auch des Risikomanagements machen die Anwerbung von Experten erforderlich. Für beide Bereiche planen die Befragten überwiegend, ihre eigenen Teams zu verstärken. Neben der Ausweitung der Inhouse-Kapazitäten sollten auch externe Experten eingebunden werden. Befragt wurden 400 Senior Executives der Pensionsindustrie weltweit.

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