OECD veröffentlicht African Economic Outlook 2013
Knapp 4,2 % wuchs die Wirtschaftsleistung Afrikas im vergangenen Jahr, stellte der OECD African Economic Outlook Ende Mai fest. Zählt man die Erholung Libyens hinzu, liegt die Wachstumsrate sogar bei über 6 %. Auch in 2014 dürfte der Kontinent von einer Verbesserung der Weltwirtschaft profitieren. Die positive Wirtschaftsentwicklung läuft bislang jedoch am Großteil der afrikanischen Bevölkerung vorbei, bemängeln die Autoren. So könnten mit dem gegenwärtigen Wachstumsniveau die humanitären Defizite des Kontinents sehr viel stärker bekämpft werden. Armut, Bildungsniveau und die Versorgung mit Medikamenten und Nahrungsmitteln sind in den meisten Staaten Afrikas noch immer ein gravierendes Problem.
Quelle: OECD
Nur die Staaten selbst könnten eine ökonomische Transformation anstoßen, konstatiert der Report. Hier liegt der große Unterschied zu Schwellenländern wie den BRIC-Staaten, die sich aus einer Abhängigkeit vom Rohstoffexport heraus vor allem auch strukturell weiterentwickelt haben. Afrikanische Staaten sind in der Pflicht transparente und stabile Strukturen zu schaffen, die das gewaltige Potenzial aus natürlichen Rohstoffvorräten effizienter und gerechter nutzen und Wohlstand breiter verteilen. Auch ausländische Investitionen werden erst mit transparenteren Strukturen ermöglicht. Rund ein Viertel der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der Erde liegt in Afrika. Aber nur 9 % der Produktion entfallen derzeit auf diesen Kontinent.
Quelle: OECD
Nichtsdestotrotz bleibt Wachstum die Quelle wirtschaftlicher und humanitärer Entwicklung. Das höchste Wachstum erwartet der Report weiterhin in Westafrika, vor allem in Nigeria, Ghana und der Elfenbeinküste. In Ostafrika geht die Studie von stabilem Wachstum in Ruanda, Tansania, Äthiopien und Uganda aus. Auch die Erholung der nordafrikanischen Staaten dürfte sich fortsetzen, während Südafrika vor Problemen steht.
Der African Economic Outlook 2013 kann direkt über die OECD bestellt oder als ePublication gelesen werden.