24.05.2012 | Research

Niveau der Staatsverschuldung erst die Spitze des Eisbergs

Die Stiftung Marktwirtschaft geht in einem Paper, das Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde, der Frage nach, ob vor dem Hintergrund der Staatschuldenkrise im Euroraum die Maastricht-Kriterien versagt haben und mit welchen institutionellen Regeln künftige Krisen verhindert werden können. Einerseits hat das Nichteinhalten der Stabilitätskriterien zur aktuellen Krise beigetragen, etwa in Belgien und Italien. Andererseits sind Staaten wie Spanien und Irland mit Maastricht-konformen und sogar sinkenden Staatsschuldenquoten ins derzeitige Ungleichgewicht geraten. Die Autoren Prof. Dr. Michael Eilfort und Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen legen das Augenmerk hinsichtlich der Zukunft der Eurozone daher auf die impliziten Schulden. Solche Leistungsversprechen also, die der Staat jetzt schon eingeht, die jedoch erst in späteren Jahren zahlungswirksam werden.


Quelle: Eilfort, Raffelhüschen (2012)

Dazu berücksichtigen die beiden Autoren die demographischen Herausforderungen in den Mitgliedstaaten. In den kommenden Jahrzehnten prognostizieren sie ein wachsendes Missverhältnis zwischen Erwerbspersonen und öffentlichen Ausgaben. Die Autoren berechnen eine Nachhaltigkeitslücke aus demographischem Druck und den in Zukunft zu erwartenden Defiziten.


Quelle: Eilfort, Raffelhüschen (2012)

So zeigt sich die Zukunft Italiens in der langen Frist deutlich freundlicher als kurz- bis mittelfristig, während in Frankreich und Deutschland ein deutlich größerer Anstieg der Renten- und Pflegeausgaben zu erwarten ist. Das nächste Griechenland sehen die Autoren in Luxemburg. Neben Irland und Griechenland ist hier der langfristige Anstieg der Pensionsverpflichtungen und der daraus resultierende Konsolidierungsbedarf am höchsten.

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