Neuer Fünfjahresplan für China - Fortschritt und Abbau von Ungleichgewichten
Ein am 7. April erschienener Special Report von Dexia Asset Management beleuchtet den im März verabschiedeten neuen Fünfjahresplan der Volksrepublik China. Vor dem Hintergrund der Ereignisse im Nahen Osten und der sich andeutenden Ablösung der USA als wirtschaftlicher Motor der Welt, könnte der neue Fünfjahresplan der bedeutendste aller Zeiten für China und die kommunistische Partei werden. Grundlage des neuen Plans ist die Doktrin einer "harmonischen Gesellschaft" von Präsident Hu Jintao. Ziel ist es, soziale Harmonie zu schaffen, indem die großen Einkommensunterschiede zwischen Land- und Stadtbevölkerung, den westlichen und den östlichen Provinzen abgebaut werden. Das zweite Ziel des Plans ist eine nachhaltigere Wirtschaft. Man will die Ungleichgewichte abbauen, die in den letzten 30 wachstumsstarken Jahren entstanden sind. Insbesondere müssen die Energieeffizienz verbessert und Umweltkatastrophen verhindert werden. Die Fixierung auf den Export soll beendet werden. Am Ende geht es um die Stärkung der Binnenwirtschaft, um den Übergang von einem rein quantitativen zu einem qualitativen Wachstumsmodell zu ermöglichen.
Quelle: Dexia AM
Den letzten Fünfjahresplan hat die chinesische Führung erfolgreich umgesetzt. Die gesteckten Ziele wurden erfüllt, teilweise sogar übererfüllt. Insgesamt bewertet Dexia AM den neuen Fünfjahresplan überaus positiv und sieht China auf dem besten Wege, von einer exportorientierten Volkswirtschaft mit großen sozialen Unterschieden und einer weit auseinanderklaffenden Einkommensschere zu einer Gesellschaft im Gleichgewicht zu werden, bei der der private Verbrauch einen größeren Anteil am Wirtschaftswachstum hat.
Quelle: Dexia AM
Das größte Hindernis für Anleger, die direkt in chinesische Aktien investieren wollen, ist laut Dexia Asset Management die mangelnde Information. Zwar gibt es reichlich Informationen über große Unternehmen, aber von den im Fünfjahresplan genannten Themen profitieren gerade die kleineren. Informationen über diese Unternehmen sind nur schwer zu erhalten. Dem Report zufolge könnte deshalb ein aktiv gemanagter China-Fonds der bequemste Weg sein, um sich langfristig am chinesischen Markt zu engagieren.