Neue Technologien verändern Investorenverhalten
Neue Technologien wie Blockchain oder Machine Learning sowie digitale Investmentplattformen verändern das Verhalten von Investoren und damit ihre Erwartungen an die Asset-Management-Industrie. Dies zeigt eine im Juli veröffentlichte Studie von Deloitte und Alfi, dem Luxemburger Fondsverband.
Blockchain bezeichnet eine Technologie zur dezentralen Führung einer Datenbank. Die Integrität der Daten wird dabei durch die Speicherung einer Prüfsumme der vorangegangenen Datenblöcke im jeweils nachfolgenden Datenblock sichergestellt. Diese Verkettung von Blöcken erlaubt es Transaktionen ohne einen zentralen Intermediär durchzuführen. Eine Manipulation der Daten ist durch die dezentrale Speicherung ausgeschlossen. Das System der Blockchain ist unter anderem Basis für die Kryptowährung Bitcoin. Die Struktur der Blockchain bietet im Finanzwesen zahlreiche Potenziale, Märkte und Transaktionen effizienter und transparenter zu gestalten. Zudem senkt die Technologie Kontrahentenrisiken und Transaktionskosten.
Als Machine Learning werden selbstlernende Algorithmen bezeichnet, die etwa Handelsmuster erkennen und antizipieren lernen. In Kombination mit dem wachsenden Angebot an Informationen (Big Data) eröffnet das Machine Learning neue Möglichkeiten für quantitative Tradingstrategien. 
Quelle: Deloitte/Alfi
Das Thema Big Data führt außerdem dazu, dass Investoren immer höhere Ansprüche an die Transparenz ihrer Investments stellen und eine größere Nähe zu ihren Anlagen und Asset Managern einfordern. So muss ihr Portfolio immer häufiger nicht nur monetären Zielen gerecht werden, sondern auch ökologische und soziale Anforderungen erfüllen. Themen wie Erderwärmung und Klimawandel sowie gezielte Investments in Clean Energy spielen dabei eine zentrale Rolle für viele Investoren. Der Wunsch nach größerer Transparenz zeigt sich auch in einer stärkeren Nachfrage nach Peer-Group-Vergleichen, schreiben die Autoren. Hierbei kommt digitalen Plattformen und Onlinelösungen von Fintechs eine große Bedeutung zu.
Unklar ist derzeit noch, wie Unternehmen aus der Fintech-Branche von künftigen Regulationen betroffen sein werden. Die Autoren gehen davon aus, dass diese Unternehmen Vorgaben, die den Anlegerschutz betreffen, etwa MiFID II, ebenfalls erfüllen werden müssen. Weitere regulatorische Entwicklungen könnten über Blockchain-Technologie generierte Verträge, Online-Datenschutz und digitale Zahlungsdienste betreffen.
Die Möglichkeiten der Einbindung des Machine Learning in der Asset-Management-Industrie kommentiert Rolf Dreiseidler, Managing Director bei Man (Europe) in der aktuellen Ausgabe 7|2016 des Absolut|alternative.
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