08.10.2024 | Research

Netzwerkmodell für den Corporate-Bond-Markt

Ein Team vom Federal Reserve Board hat den Zusammenhang von Vernetzung und Marktqualität im Segment der Corporate Bonds untersucht. Dies umfasst Aspekte wie Spread, Liquidität und Volatilität der Bonds. Hierzu konstruieren die Autoren eine Netzwerkstruktur, die auf der Asset-Ebene basiert: Assets gelten als vernetzt, wenn sie von denselben Investoren gehalten werden. Dieser Ansatz unterscheidet sich von sonst üblichen Netzwerkmodellen, die weniger auf Vernetzung einzelner Assets, sondern auf die Vernetzung der Marktakteure abzielen.

Erwartungsgemäß sind Anleihen großer Emittenten in den Portfolios vieler Investoren zu finden und bilden damit den Kern des Netzwerkes. Es zeigt sich, dass eine hohe Vernetzung, also wenn Assets in vielen Portfolios allokiert sind, mit einem geringeren Spread und höherer Liquidität einhergehen.


Analysis of Corporate Bond Interconnectedness versus Spread, Liquidity, and Volatility


Quelle: Brunetti, Carl, Gerszten, Scotti, Shin, 2024


Dieser Zusammenhang wird allerdings vom Marktumfeld beeinflusst. Der Einfluss der Vernetzung ist höher, wenn Assets Stress ausgesetzt sind, also wenn Spread und Illiquidität im oberen Grenzbereich der bedingten Verteilung liegen. Die Autoren heben hervor, dass Vernetzung die Auswirkungen negativer Schocks durch Risikoteilung lindert.

Eine Analyse der Corona-Zeit und von Fallen Angels legt einen kausalen Zusammenhang nahe, wonach eine stärkere Vernetzung die Funktionsfähigkeit des Marktes stützt. Bei Anleihen von Emittenten, die stark von der Corona-Pandemie betroffen sind und gleichzeitig eine hohe Vernetzung zu Anleihen von weniger betroffenen Emittenten aufweisen, sinken die Spreads und die Liquidität nimmt zu. Ähnlich sind die Ergebnisse bei Fallen Angels: Stark vernetzte Anleihen mindern Spreads und steigern die Liquidität.


Interconnectedness of Fallen Angels


Quelle: Brunetti, Carl, Gerszten, Scotti, Shin, 2024


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