16.04.2014 | Studie

Nachhaltigkeitskriterien auch bei passiven Investments im Kommen

ESG-Kriterien wurden bislang vor allem in aktiv gemanagten Anlagestrategien berücksichtigt. Das Analysehaus Novethic Research hat in einer aktuellen Studie die Möglichkeiten einer Implementierung von Nachhaltigkeitsaspekten in passiven Investmentstrategien untersucht. Problematisch dabei ist jedoch: Der Grundgedanke eines ETFs, durch breite Diversifikation die Marktperformance abzubilden, wird durch den Ausschluss von Unternehmen aufgrund von ESG-Gründen konterkariert. Dennoch ergab eine Umfrage unter 160 europäischen Asset Ownern, dass rund 45 % von ihnen Nachhaltigkeitsaspekte in ihre passiven Investments integriert haben.


Quelle: Novethic Research

Den Anlegern stehen eine ganze Reihe von Indizes zur Verfügung, die ganz explizit auf ESG-Kriterien ausgerichtet sind. Nachdem im Jahr 1990 mit dem ersten ESG-Index gestartet wurde, gibt es heute 160 verschiedene Indizes, die meisten davon Aktienindizes. Am verbreitetsten in der Indexzusammenstellung ist ein Best-in-Class-Ansatz. Die Ausübung von Stimmrechten auf Hauptversammlungen ist bei passiven Investmentansätzen noch relativ schwach ausgeprägt, doch sind hier schon Fortschritte erkennbar.


Quelle: Novethic Research

Verglichen mit dem Volumen des ETF-Marktes in Höhe von 2,2 Billionen US-Dollar, ist das Angebot entsprechender ETFs mit nur ca. 20 Produkten, die im vergangenen Jahr 1,2 Mrd. US-Dollar verwalteten, sehr gering. Als problematisch werden nach wie vor die fehlende einheitliche Definition von Nachhaltigkeit sowie der Mangel geeigneter Benchmarks angesehen. Dies führt dazu, dass die benötigten Mittel fehlen, um ETFs wirtschaftlich zu betreiben.

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