27.10.2011 | Märkte

Nachhaltige SRI-Strategien mit Green Bonds

Als Teil des "Strategic Framework for Development and Climate Change" hat die Weltbank im Jahr 2008 zusammen mit der Skandinaviska Enskilda Banken (SEB) erstmals sogenannte Green Bonds aufgelegt. Investoren zeichnen diese AAA-Bonds mit fixem oder variablem Kupon und die Weltbank investiert das aufgenommene Kapital in "grüne" Energieprojekte in den Entwicklungsländern. Auf diesem Weg werden nachhaltige Projekte finanziert, die unter normalen Umständen nur zu deutlich höheren Kosten hätten umgesetzt werden können. Investoren finanzieren so den Übergang auf einen nachhaltigen, klimaneutralen Wachstumspfad und erhalten gleichzeitig durch die Zwischenschaltung der Weltbank ein sicheres Investment. Seit Beginn des Projekts in 2008 hat die Weltbank in 42 Transaktionen und insgesamt 16 verschiedenen Währungen über 2 Milliarden US-Dollar durch Green Bonds aufnehmen können. Zu den bisherigen Investoren zählen unter anderem die schwedischen nationalen Pensionsfonds AP2 und AP3, sowie der US-Bundesstaat Kalifornien.


Quelle: Weltbank

Der OECD Studie "Towards Green Growth" zufolge sind strukturierte Investments wie Green Bonds oder Green Funds essentiell, um nachhaltigen Finanzierungsformen zum Durchbruch zu verhelfen. Derzeit beträgt das Marktpotenzial von Green Bond Emissionen rund 11 Milliarden US-Dollar - "ein Tropfen auf den heißen Stein" bei einem globalen Bondmarkt-Volumen von knapp 91 Billionen US-Dollar, so die Studie. Um den Wechsel in eine kohlenstoffärmere Energieerzeugung langfristig zu finanzieren, ist die Etablierung von Green Bonds insbesondere bei institutionellen Fixed-Income-Investoren unbedingt notwendig.


Quelle: Weltbank

Zu den finanzierten Projekten gehört unter anderem die Modernisierung des Nahverkehrs in Kolumbien. In Bogota wurden alte Busse aus dem Verkehr gezogen und das Schnellbussystem TransMilenio mit benzinsparenden Fahrzeugen installiert. In Ägypten fließt Kapital aus den Green Bonds der Weltbank in die Entwicklungen des Windenergiesektors. In Indien wird der Ausbau des Stromnetzes vorangetrieben, um die Abhängigkeit von Diesel-betriebenen Notstromaggregaten zu senken.

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