24.06.2014 | Research

Nach KGV unterbewertete Aktien erzielen signifikante Value-Prämie

Werden auf globaler Basis die Aktien nach Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sortiert, kann durch ein verstärktes Exposure in unterbewerteten Aktien eine signifikante Outperformance erzielt werden, zeigen Sandro Andrade und Vidhi Chhaochharia von der University of Miami. Hierzu untersuchen die Autoren ein Sample von rund 2.750 Large Caps aus 23 Staaten für den Zeitraum 1990 - 2013. Zusammen repräsentieren diese Unternehmen 95 % der weltweiten Large Caps und 85 % der globalen Marktkapitalisierung. Die 30 % der Unternehmen mit dem höchsten KGV outperformen diejenigen mit dem geringsten um 64 Basispunkte im Jahr. Auch dann, wenn statt einer globalen Sortierung nach KGV nur innerhalb vier großer Regionen gerankt wird, zeigt sich eine Outperformance des High-KGV-Portfolios, wobei diese mit 37 Basispunkten deutlich schwächer ausfällt. Diese zwar signifikante aber schwächere Value-Prämie beim Vergleich von Unternehmen ausschließlich auf regionaler Ebene wird auch durch einen weiteren detaillierteren Test bestätigt.


Quelle: Andrade, Chhaochharia (2014)

Mit dem Ergebnis zeigen die Autoren, dass die Auswahl des Performancemaßes relevant ist, da andere Arbeiten, die nach dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) vorgegangen sind, keine Value-Prämie nachweisen konnten. Eine im Anschluss durchgeführte Fama-French-Regression bestätigt die Ergebnisse: Bei Gewichtung nach KGV erzielen unterbewertete Aktien eine signifikante Outperformance, wohingegen über das KBV keine Value-Prämie erwirtschaftet werden kann. Werden anstelle des realisierten KGV ex-ante verfügbare Analystenschätzungen verwendet, steigt die Value-Prämie sogar noch an.

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