Merger Arbitrage als unkorrelierte Strategie im steigenden Zinsumfeld
Unternehmensübernahmen weisen das höchste Transaktionsvolumen seit 2007 auf, und eröffnen damit Investoren über Merger-Arbitrage-Strategien interessante Anlagechancen, wie eine Marktanalyse von Candriam zeigt. Allein von Januar bis August 2014 haben nordamerikanische und europäische Unternehmen mehr als zwei Billionen US-Dollar für Zukäufe und Übernahmen aufgewendet, was im derzeitigen Marktumfeld oftmals günstiger ist, als eigene Geschäftsfelder aufzubauen. Angesichts der unverändert hohen Cash-Bestände der Unternehmen rechnet Candriam mit einer Fortsetzung dieses Trends.
Quelle: Candriam
Zwar lässt sich auch über long-only Aktien- oder Anleihenfonds von solchen Situationen profitieren, doch setzen sich Investoren dabei unverändert dem allgemeinen Marktrisiko aus. Dies ist bei reinen Merger-Arbitrage-Investments anders. Entweder werden bei aktienbasierten Übernahmen die Titel des zu übernehmenden Unternehmens gekauft, sowie eine Short-Position der Aktien des erwerbenden Unternehmens aufgebaut, oder es wird bei cash-basierten Übernahmen nur eine Long-Position in den Aktien des Übernahmekandidaten eingegangen. In beiden Fällen ist die Aktienkursentwicklung vom Marktgeschehen weitgehend entkoppelt und richtet sich nach den Entwicklungen des Übernahmeprozesses, was Diversifikationsgewinne ermöglicht. Insbesondere in einem Umfeld steigender Zinsen kann eine solche Strategie sinnvoll sein, da die Rendite von Merger Arbitrage gleich dem risikolosen Zins zuzüglich einer Risikoprämie für das mögliche Scheitern der Transaktion ist.
Quelle: Candriam
Die Risiken einer solchen Strategie liegen im Scheitern der Übernahme, da in einem solchen Fall die möglichen Verluste deutlich höher sind als die Gewinne, die der Arbitrageur bei einer erfolgreichen Transaktion vereinnahmen kann. Angesichts einer Quote erfolglos verlaufender Transaktionen von 10 % ist eine sorgfältige Deal-Analyse unabdingbar. Besondere Chancen ergeben sich für Anleger im europäischen Raum, da hier die Märkte im Vergleich zu Nordamerika heterogener sind und aufgrund dieser höheren Komplexität weniger Merger-Arbitrageure aufweisen.
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