Mehrertrag in Staatsanleihen durch ESG-Kriterien
Staatsanleihen westlicher Länder galten lange als sichere Häfen, doch die vergangenen Krisen und der alljährliche Haushaltsstreit in den USA haben gezeigt, dass politische Risiken eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Bei der Messung nicht-finanzieller Risiken können ESG-Kriterien einen entscheidenden Beitrag und signifikanten Mehrertrag leisten, zeigt eine aktuelle Analyse der UNPRI-Initiative. Beispielsweise besteht eine hohe Korrelation zwischen Kreditrisiko und Governance, über 60 % des realisierten Ratinglevels werden durch Korruption erklärt. Die großen Schattenwirtschaften in Spanien, Portugal, Italien und Griechenland etwa spiegelten sich bereits früh in gängigen Korruptionsindizes wider, lange bevor sich Kreditrisiken manifestierten und Ratingabstufungen erfolgten.
Quelle: UNPRI
Auch soziale Kriterien können Aufschluss über das langfristige ökonomische Potenzial eines Staates liefern. Zitiert werden Studien, die einen starken Zusammenhang zwischen politischer Stabilität, Bildungsstand und Informationsinfrastruktur nachweisen. Staaten mit starkem gesetzlichen Rahmenwerk, hohen Standards hinsichtlich Bildung und Gesundheitswesen, sowie transparentem Arbeitsrecht sind insbesondere in Krisenphasen wirtschaftlich und politisch stabiler.
Quelle. UNPRI
Eine Berücksichtigung von ESG-Kriterien hilft daher, ein Portfolio aus Staatsanleihen robuster zu machen und liefert darüber hinaus Outperformance gegenüber traditionell gewichteten Anleihenportfolios. Während eine durchweg positive Wirkung von ESG-Kriterien auf die Performance zwar umstritten ist, kann ein negativer Einfluss mehreren Studien zufolge ausgeschlossen werden.