25.10.2010 | Research

Manipulierte Aktienpositionen bei U.S.-Hedgefonds

Eine im August 2010 veröffentlichte Arbeit der Mason School of Business und der Universität Köln untersucht die Bewertungen von Aktienpositionen durch Hedgefonds. Vorangegangene Untersuchungen konnten bereits ungewöhnliche Muster bei der Analyse von Hedgefondsrenditen feststellen, insbesondere ungewöhnliche Verteilungen der Renditen um Null Prozent, serielle Korrelationen von Renditen und Glättung von Renditen. Diese Muster werden i.d.R. diskretionären Bewertungsmethoden bei illiquiden Assets zugeschrieben.
Die vorliegende Arbeit untersucht die 13F Filings der SEC, in denen institutionelle Investment Manager nach dem Securities Exchange Act von 1934 ihre Positionen offenlegen müssen. Obwohl illiquide Aktien aus der Analyse ausgeschlossen werden, finden die Autoren vorsätzliche Fehlbewertungen bei liquiden Titeln.


Quelle: Cici, Kempf, Puetz (2010)

Insbesondere werden die Thesen untermauert, dass die Manager ihre Renditen glätten und geringe negative Renditen vermeiden. Dadurch werden attraktivere Rendite-Risiko-Profile erreicht. Die Häufigkeit der Fehlbewertungen nimmt zu, je häufiger die Fonds an ihre Investoren oder Datenbanken berichten und je geringer die Wahrscheinlichkeit ausfällt, erwischt zu werden. Hedgefonds scheinen so die Anreize für Investoren verbessern zu wollen. Dies ist bei den untersuchten Positionen insofern überraschend, als es sich um Fehlberichte an Aufsichtsbehörden handelt, die ausdrücklich eine Bewertung zum Fair Value und damit zum Marktpreis verlangen, so dass eigentlich kein Spielraum für diskretionäre Bewertungsansätze besteht.


Quelle: Cici, Kempf, Puetz (2010)

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