Manager-Evaluation über Drawdowns
Ein Team um Campbell R. Harvey von der Duke University hat die Möglichkeiten der Verwendung von Drawdowns zur Bewertung von Asset Managern diskutiert. Zunächst wurden relevante Einflussfaktoren auf den Drawdown identifiziert bzw. geprüft, wie sensitiv die Wahrscheinlichkeit, einen bestimmten Drawdown zu erleiden, auf bestimmte Schlüsseltreiber reagiert. Es konnten drei wesentliche Faktoren identifiziert werden: Zeithorizont, Sharpe Ratio und Risikopersistenz. Klar kommunizierte Regeln und automatisches Desinvestment bei Überschreitung des maximal akzeptierten Drawdowns können unerwünschtes Manager-Verhalten reduzieren.

Quelle: Hemert, Ganz, Harvey, Rattray, Sanchez Martin, Yawitch, 2020
Die Autoren zeigen, dass Drawdown-basierte Regeln für die Ablösung von Managern sinnvoll sein können, indem Manager identifiziert werden, die ihre Fähigkeiten verloren haben, etwa aufgrund struktureller Marktänderungen oder zunehmender Konkurrenz. Werden stattdessen renditebasierte Maße verwendet, werden kurzfristige Änderungen bei den Fähigkeiten der Manager weniger deutlich, da auch Daten aus der weiter zurückliegenden Vergangenheit einfließen. Sinnvoll ist allerdings eine zeitabhängige Drawdown-Regel, da das Risiko, einen bestimmten Verlust zu erleiden, im Zeitverlauf zunimmt – auch wenn die Fähigkeiten des Managers sich nicht verändert haben. Bei der Bewertung der Manager sollten zudem die Kosten für zwei mögliche Fehler berücksichtigt werden: für die irrtümliche Ablösung eines guten Managers bzw. die irrtümliche Beibehaltung eines schlechten.
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