Low Vola: Reduktion systemischer Risiko-Exposures
Low-Volatility-Portfolios reduzieren das Exposure gegenüber einer Reihe von makroökonomischen Treibern systematischer Risiken, zeigt ein Research Paper von David Blitz von Robeco. Der Autor nutzt hierfür Daten des US-Aktienmarktes für den Zeitraum 1991 bis 2021 und vergleicht den S&P 500 mit S&P 500 Low Volatility und MSCI USA Minimum Volatility. Betrachtet werden Risikofaktoren wie Zinsen, Volatilität, Liquidität, Rohstoffe, Sentiment sowie Makro-Variable (BIP, Inflation, Arbeitslosigkeit und Klima-Risiken). Univariate Regressionen zeigen, dass beide Low-Vola-Ansätze niedrigere Exposures zu allen analysierten Risikofaktoren aufweisen. Beispielsweise ist das Exposure zu TED Spread, Veränderungen der Break-Even-Inflationsrate und Veränderungen des Default Spreads um 30 bis 50 % geringer. Über alle betrachteten Faktoren lag das Risiko bei Low-Vola-Portfolios zwischen 20 und 90 % unter dem des breiten Marktes.

Quelle: Blitz, 2022
Bestätigt wird dies, wenn aus den 1.000 größten US-Aktien Dezil-Portfolios auf Basis der Volatilität betrachtet werden. Für nahezu jeden der in den vorherigen Regressionen signifikanten Risikofaktoren weist das Low(High)-Vola-Dezil das niedrigste (höchste) Exposure auf. Daraus schließt der Autor, dass Low-Vola-Ansätze wesentlich weniger von systematischen Marktrisikofaktoren beeinflusst werden.

Quelle: Blitz, 2022
Auch wenn Low-Vola-Ansätze eine deutliche Risikoreduzierung gegenüber bekannten strukturellen Risiken bieten, können sie beim Auftreten neuer Risiken ebenso oder noch stärker als der Gesamtmarkt betroffen sein, wie die Entwicklung während der Corona-Pandemie zeigte. Hier sanken die Low-Risk-Strategien im Gleichlauf mit dem breiten Markt. Wenn ein neuer Risikofaktor überraschend zum dominanten Thema wird, benötigen datenbasierte Methoden einige Zeit, um sich daran anzupassen.
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