01.04.2014 | Märkte

Licht und Schatten bei deutschen Mittelstandsanleihen

Seit der Einführung eines geregelten Markts für mittelständische Anleihenemittenten im Jahr 2010 nutzen immer mehr Unternehmen diesen Weg der Fremdfinanzierung. Dass dabei nicht alle Emittenten über die beste Schuldnerqualität verfügen, zeigt eine aktuelle Marktanalyse von Creditreform. Stand März 2014 zählt die Ratingagentur zwölf ausgefallene Unternehmen seit 2010. Bei einem Anleihenvolumen von 576 Mio. Euro entspricht dies 11,7 % des gesamten Nominalwerts. Der Markt wuchs in den vergangenen Jahren kräftig. Ende 2013 haben 95 Emittenten 106 Anleihen begeben. Das nominale Emissionsvolumen betrug 4,92 Mrd. Euro.


Quelle: Creditreform

Der nähere Blick auf die ausgefallenen Unternehmen zeigt eine Konzentration von Emittenten aus dem Segment erneuerbarer Energien. Acht Unternehmen sind den Bereichen Solar oder Photovoltaik zuzuordnen, deren Insolvenz vor allem auf die Adjustierung des deutschen Fördersystems zurückzuführen war. Abseits dieses Marktsegments stellen Mittelstandsanleihen eine attraktive Finanzierungsform für Unternehmen dar und können Investoren mit hohen Kupons entlohnen.


Quelle: Creditreform

Für viele Unternehmen ist die Emission einer Anleihe jedoch erstmals der Schritt an den Kapitalmarkt und so gibt die Ratingagentur zu bedenken, dass hinsichtlich des laufenden Reportings noch Nachholbedarf bei vielen Emittenten bestehe. Insgesamt können Mittelstandsanleihen für Investoren aber attraktive Renditen abwerfen, die Due Diligence und das laufende Monitoring sind jedoch erheblich, schlussfolgern die Autoren.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Mittelstand"
zurück