Leitfaden für physische Klimarisiken von Private-Market-Investments
Bei der Nutzung und Offenlegung physischer Klimarisikometriken zeigten sich im Jahr 2024 deutliche Defizite auf den Private Markets. Insbesondere Private-Equity-Gesellschaften hinken den fortgeschritteneren Praktiken von Real-Asset-Investoren hinterher. Um institutionelle Anleger bei der Entwicklung robuster Klimarisikobewertungen zu unterstützen, hat die Initiative PRI einen technischen Leitfaden veröffentlicht.
Die zunehmenden physischen Klimarisiken sind besonders für die Private Markets relevant, da standortgebundene Vermögenswerte und lange Anlagehorizonte eine erhöhte Exponierung bedeuten. Zudem bestehen durch den direkten Einfluss auf die Portfoliounternehmen aktive Steuerungsmöglichkeiten für Investoren.

Quelle: PRI (2024)
Der Leitfaden beschreibt einen dreistufigen Prozess zur Risikobewertung. In der ersten Stufe, der Informationsbeschaffung, werden zunächst die Investments ausgewählt, die analysiert werden sollen z. B. einzelne Assets, geografisch oder sektoral fokussierte Teilportfolios oder gesamte Fonds. Anschließend werden relevante Daten zu Klima-Hazards, zur Exponiertheit und Vulnerabilität der Investments gesammelt. Schließlich werden geeignete Klimamodelle, Szenarien (z. B. SSP/RCP) und Zeithorizonte ausgewählt, um klimabezogene Risiken und deren Auswirkungen besser einschätzen zu können.
In der zweiten Stufe, der Risikobewertung, werden zentrale physische Klimarisiken identifiziert, denen die Investments ausgesetzt sind. Dies kann beispielsweise im Rahmen der Due Diligence oder als Portfolioscreening erfolgen. Für stärker exponierte Investments kann eine vertiefte Bewertung folgen, in der spezifische Gefährdungen, Anpassungsmaßnahmen und finanzielle Auswirkungen detailliert analysiert werden. Die Bewertung kann intern oder mit externen Tool-Anbietern und Spezialisten erfolgen.
Im dritten Schritt werden Handlungsoptionen für strategische und operative Entscheidungen abgeleitet. Dazu gehören die Anpassung von Investmentstrategien, die Umsetzung konkreter Resilienzmaßnahmen auf Asset-Ebene und die Optimierung von Berichts- und Offenlegungspflichten gegenüber Stakeholdern.

Quelle: PRI (2024)
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