LBBW sieht deutschen Immobilienmarkt noch unterbewertet
Die Frage nach einer möglichen Preisblase am deutschen Immobilienmarkt wird von der LBBW in einem Ende September erschienenen Research Report klar verneint. Zunächst stellen die Analysten fest, dass die Preisentwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt seit Bestehen der Bundesrepublik von kurzen Aufwärts- und langen Seitwärtsphasen geprägt war. 2005 erreichten die Preise nach einer rückläufigen Phase ein recht tiefes Niveau. In den darauffolgenden Jahren sind die Preise dann merklich angestiegen. In einer dreistufigen Analyse gehen die Analysten den Ursachen für den Preisanstieg auf den Grund, nehmen eine fundamentale Bewertung des Marktes vor und vergleichen das Preisniveau mit anderen Industrienationen.
Quelle: LBBW
Auslöser für die steigenden Preise ist vor allem die Euro-Krise. Neben niedrigen Zinssätzen, die eine günstige Finanzierung ermöglicht, war eine erhöhte Nachfrage nach Sachwerten von institutionellen und privaten Investoren ursächlich. Gleichzeitig blieb der Arbeitsmarkt in Deutschland während der Krise stabil, sodass von der Einkommensseite für ausreichend Miet- oder Eigentumsnachfrage gesorgt war.
Ausgehend von den drei Bewertungskriterien reales Preisniveau, Immobilienpreise im Verhältnis zum Pro-Kopf-Einkommen und Immobilienpreise im Verhältnis zu Mieten ist der deutsche Immobilienmarkt nach Ansicht der LBBW sogar noch unterbewertet. Neben Deutschland trifft dies noch auf Korea, die USA, Portugal, Griechenland, Irland und Japan zu. Es ist allerdings zu beachten, dass das Preisniveau sich innerhalb Deutschlands sehr heterogen entwickelt. So sind die Preise von Objekten mit den Kriterien Neubau, Eigentumswohnung oder Lage in Großstadt seit 2007 um ca. 28 % gestiegen. Ebenso kräftig angestiegen sind die Preise für Bauland. Bereits bestehende Einfamilienhäuser in Kleinstädten haben sich hingegen nur um 4 % verteuert.
Quelle: LBBW
Die Autoren ziehen als Fazit, dass sich aufgrund der aktuellen Unterbewertung die Preise weiter aufwärts entwickeln werden. Allerdings habe sich die Unterbewertung in den letzten fünf Jahren bereits deutlich abgebaut. Die Preise sollten sich daher moderater erhöhen, als in der jüngsten Vergangenheit.