Langfristiges Wachstumspotenzial der Frontier-Märkte
Mit einer Abflachung des Wachstums sowohl in den Industrie- als auch den heutigen Schwellenländern rücken Frontier Markets (FM) in den Fokus institutioneller Anleger, schreibt Baring Asset Management in einer aktuellen Studie und analysiert Chancen und Risiken von Investments in diesen Regionen. Die Ergebnisse basieren auf einer Untersuchung der Citigroup, die in einer langfristigen Analyse das durchschnittliche Wirtschaftswachstum der Frontier-Märkte bis 2050 auf 5,8 % geschätzt hat, wohingegen Schwellen- und Industrieländer lediglich auf Werte von 4,4 % respektive 2,1 % kommen. Für diese Entwicklung sind im Wesentlichen drei Faktoren verantwortlich. Erstens nennen die Autoren die Bevölkerungsentwicklung, die in den Frontier Markets langfristig positiv bleiben sollte. Das damit einhergehende hohe Angebot an Arbeitskräften und die demographische Dynamik bilden eine gute Grundlage für das Wachstum von Wirtschaft und Wohlstand.
Quelle: Baring Asset Management
Zweitens steigen durch das hohe Wachstum auch die Löhne und damit einerseits die Nachfrage nach Konsumgütern, andererseits aber auch Chancen für den Finanzdienstleistungssektor. Letzteres wird durch die in Relation zum BIP sehr geringe Verschuldung der privaten Haushalte unterstützt. Drittens verfügen viele der Staaten über große Rohstoffvorkommen, was Investitionsopportunitäten bietet und bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten hilft.
Quelle: Baring Asset Management
Auf Basis des KGV liegt die Bewertung der FM zwischen den Schwellenländern und den Industriestaaten, allerdings bei wesentlich höheren Dividenden- und Eigenkapitalrenditen, schreiben die Autoren. Gründe für Letzteres sind höhere Wachstumsraten und Wettbewerbsvorteile, während die überdurchschnittlichen Dividendenrenditen im Wesentlichen in der Überkapitalisierung der Golfstaaten und dem Wettbewerb zu den höher verzinsten lokalen Anleihen begründet liegen. Die niedrige Korrelation der FM mit anderen weltweiten Aktienmärkten stellt eine weitere Stärke dar.