02.03.2023 | Märkte

Langfristige Erträge im Rohstoff-Superzyklus

Basierend auf einem Ansatz der Bank of Canada hat PGIM in einer kurzen Analyse die langfristigen Entwicklungen am Markt für Rohstoffe untersucht. Rohstoffpreise bewegen sich in sehr langfristigen Zyklen, sogenannten Superzyklen, die im Mittel 30 Jahre dauern, zeigen Untersuchungen für den Zeitraum seit 1899. Kurzfristige Schwankungen treten zwar im Einklang mit dem Konjunkturzyklus auf, längerfristig sind die Preise der Rohstoffe allerdings von anderen Faktoren bestimmt, allen voran unerwartete strukturelle Veränderungen der aggregierten Nachfrage. Damit gehen Superzyklen mit Phasen schneller Industrialisierung einher, im letzten Superzyklus etwa ab Mitte/Ende der 1990er Jahre in China. Weitere Einflussfaktoren sind Verzögerungen bei neuen Investments, etwa weil Unternehmen von hohen Investitionskosten zurückschrecken oder durch lange Anlaufzeiten bei der Erschließung neuer Rohstoffquellen.

Die Autoren sehen in den Entwicklungen ab dem Jahr 2020 den Beginn der Bullenphase eines neuen Superzyklus. Eine Kombination aus strukturellem Nachfragewachstum und Problemen auf der Angebotsseite werden als Gründe hierfür identifiziert. Erstens wird die Fiskal- und Geldpolitik in Reaktion auf die Corona-Pandemie genannt, die zu einem erheblichen globalen Nachfrageschock geführt hat. Auch künftig dürfte die Nachfrage durch eine fortgesetzt expansive Fiskalpolitik mit dem Ziel Einkommensunterschiede zu novellieren, populistische Bewegungen kleinzuhalten und die Kosten des demografischen Wandels zu finanzieren, hoch bleiben.



Quelle: PGIM


Zweitens erfordern die Dekarbonisierung und die Transition zu nachhaltigen Energiequellen entsprechende grüne Infrastruktur, für die es Rohstoffe braucht – ein Prozess, den die Autoren als Äquivalent zu einer globalen Reindustrialisierung ansehen. Ähnlich sind die Folgen geopolitischer Spannungen und der Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie für die globalen Lieferketten: Anpassungen erfordern auch hier rohstoffintensive Investitionen. Auf der Angebotsseite stehen chronische Unterinvestments angesichts von in der Vergangenheit niedrigen Rohstoffpreisen, Umweltvorgaben und die Popularität von ESG-Investments, so dass das Angebot in den kommenden Jahren unzureichend bleiben dürfte. Zuletzt hat der Krieg in der Ukraine den Trend durch den Ausfall der Kriegsparteien als Rohstofflieferanten sowie die gestiegene Rüstungsausgaben der NATO-Staaten verstärkt.



Quellen: PGIM, International Energy Agency


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