Kritische Markteinschätzung für Hedgefonds in 2009
Morgan Stanley hat im Februar eine umfangreiche Analyse zur Entwicklung der Hedgefondsindustrie in 2009 veröffentlicht. Darin werden die hohen Redemptions, die Strategien von Dach-Hedgefonds, gestiegene Anforderungen an die operationelle Ausgestaltung von Hedgefonds und die erfolgreichsten Strategien für die Zukunft eingeschätzt.
Bei den Redemptions erwarten die Analysten eine Fortsetzung der Rückgabewelle in der ersten Jahreshälfte 2009. Die Assets under Management würden auf ein Niveau von ca. 50% des Höchststandes von 1,93 Billionen US-Dollar fallen. Gründe hierfür sind Abbau von Fremdkapitalquoten, Risikoreduktion und Unzufriedenheit mit den Renditen bei den institutionellen Investoren. Im Zuge des Betrugsfalls Madoff und ähnlicher Vorfälle seien zudem die Anforderungen an das operationelle Risikomanagement bei Hedgefonds-Investments gestiegen. Dies führe zu Mittelabzügen aus Fonds, die den neuen Due-Diligence-Anforderungen nicht gerecht würden.
Asset-Klassen nach geschätzter Nachfrage
Quelle: Morgan Stanley
Fundamentaldaten werden bei den Strategien im Gegensatz zu Relative Value die größte Aufmerksamkeit bescheinigt. Der Fokus werde auf Global Macro, Managed Futures und Long/Short-Equity liegen, kurzfristig auch auf Distressed Credit. Für die Branche insgesamt wird eine Konsolidierungsphase erwartet, in der sich die erfolgreichen Manager einer stärkeren Konkurrenz stellen müssen. Daher würden die Gebühren, insbesondere bei Dach-Hedgefonds, wohl sinken. Zudem würden Hedgefondsprodukte nun eher für institutionelle Anleger konzipiert, als für vermögende Privatanleger.
Als weiteren Schwerpunkt enthält die Studie Bewertungen und Prognosen zur Geschäftsentwicklung einiger börsennotierter Player im Hedgefonds-Bereich.