10.09.2013 | Research

Kreditrisiko von Infrastruktur-Investments

In einer ausführlichen Forschungsarbeit untersuchen das Edhec Risk Institute und Natixis das Thema Infrastruktur-Fremdkapital. Projektfinanzierungen stellen nach wie vor den am häufigsten genutzten Zugangsweg für Investoren dar. Dabei bringen Anleger ihr Fremdkapital in eine Zweckgesellschaft ein, deren einzige Aufgabe im Bau oder dem Betrieb etwa eines Kraftwerks besteht und die ihre Kapitalgeber aus den Cash Flows der finanzierten Anlage bezahlt. Die Risikoeigenschaften unterscheiden sich dadurch deutlich von klassischen Fremdkapitalfinanzierungen. Meist werden solche Instrumente mit flexiblem Zinssatz und einem Spread über Libor oder Euribor lanciert. Durch die Zweckbindung ist bereits vor Vertragsbeginn die Realisierbarkeit gut zu bewerten. Verglichen mit unternehmerischen Fremdfinanzierungen ist die Gefahr von adversem Verhalten oder Moral Hazard daher gering.


Quelle: Edhec, Natixis

Dementsprechend hoch ist die Qualität in diesem wachsenden Marktsegment, schreiben die Autoren. Eine Analyse von Moody's zeigt niedrige Ausfallraten bei gleichzeitig hohen Recovery Rates. Da die Zweckgesellschaften zur großen Mehrheit aus Fremdkapital finanziert werden, sind vor allem Seed-Investoren in der Lage, Einfluss auf die finale Struktur zu nehmen. Das erlaubt relativ hohes Leverage und ein kontinuierliches Deleveraging, was zu einem dynamischen Risikoprofil während der Laufzeit führt.


Quelle: Edhec, Natixis

Im letzten Abschnitt konstruieren die Autoren ein Portfolio aus Infrastruktur-Krediten. Diversifikation kann vor allem über die Laufzeit stattfinden, da die Ausfallquote in den ersten drei Jahren am höchsten ist und dann rapide sinkt. Auch der durchschnittliche unerwartete Verlust ist in späteren Projektphasen deutlich geringer. Entsprechend ist auch die erwartete Rendite zu Projektbeginn am höchsten und sinkt in den ersten zehn Jahren auf ein niedrigeres Niveau. Um einen gewünschten Renditelevel zu halten, muss das Portfolio daher regelmäßig um "junge" Kredite erweitert werden.


Lesen Sie hierzu auch "Infrastruktur-Fremdkapital als Anlagealternative für

institutionelle Anleger" im Absolut|report 3|2013.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Infrastruktur Infrastructure"
zurück