07.08.2018 | Research

Kredit- und Liquiditätsprämien von Bank Loans

Michael Schwert von der Ohio State University hat in einem Researchpaper vom Mai 2018 untersucht, ob Loans gegenüber Bonds eine größere Prämie für die Übernahme von Kreditrisiken vereinnahmen. Hierzu werden neue Kreditlinien mit Bond-Preisen am Sekundärmarkt zum selben Zeitpunkt verglichen, die eine ähnliche Restlaufzeit aufweisen. Wenn die Bonitätssituation der Schuldner angespannt und eine Insolvenz nah ist, weisen Anleihen deutlich größere Spreads auf als Loans. Angesichts der statistisch größeren Verluste von Bonds im Default-Fall ist dies nicht überraschend. Ist ein Ausfall unwahrscheinlich, gibt es keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Spreads von Loans und Bonds.


Quelle: Schwert, 2018

Der geringe Unterschied von Bond- und Loan Spreads scheint konsistent mit der These, dass Loans solider Unternehmen unbesichert sind. Die Daten zeigen allerdings, dass Loans im Default-Fall nur sehr selten unbesichert sind, was impliziert, dass bei Verschlechterungen der Kreditwürdigkeit seitens der Banken Nachverhandlungen der Kreditbedingungen stattfinden. Angesichts der Tatsache, dass die Gläubiger von Loans im Default einen höheren Rang bekleiden, sollte der Loan Spread eigentlich niedriger als der von Anleihen sein. Der Loan Spread ist damit um 43 % bzw. 143 Basispunkte größer, als durch Kredit- und Liquiditätsrisiko anhand des Bond-Marktes zu erklären wäre. Weitere Analysen zeigen, dass diese Prämie von Loans nicht durch eine Falschbepreisung der Besicherung ausgelöst wird, sondern bankspezifisch ist. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Prämie mit zukünftigen Kosten für die Nachverhandlung der Kreditbedingungen zusammenhängt.


Quelle: Schwert, 2018


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