13.11.2023 | Research

Konstruktion von Faktorportfolios

Ein Team um Nikolaos Vasilas von der Lancaster University hat in einem Research Paper einen Ansatz zur Konstruktion von Faktorportfolios vorgestellt, das Power Sorting. Ziel des Ansatzes ist es, nichtlineare Beziehungen und Asymmetrien zu berücksichtigen, die zwischen Faktor und Rendite auftreten können. Hierzu wird die Gewichtung von Faktorportfolios direkt als Funktion von Unternehmensmerkmalen modelliert. Das Verfahren erweitert herkömmliche Long-Short-Faktorportfolios, indem es allen Vermögenswerten ein gewisses Gewicht zuweist, aber dennoch eine stärkere Ausrichtung auf Aktien mit extremen Merkmalen zulässt. Im Gegensatz zur konventionellen Sortierung erfordert das Power Sorting keine manuelle Auswahl von Quantil-Breakpoints und zielt darauf ab, die Variation der Merkmale über das gesamte Merkmalsspektrum hinweg zu nutzen, anstatt feste Gewichtungsschemata vorzugeben.

Empirisch zeigen die Ergebnisse, dass die Power-Sortierung die konventionelle Methode in Bezug auf verschiedene Portfoliokennzahlen übertrifft, wobei eine Reihe von 85 Merkmalen in einem Out-of-Sample-Zeitraum von März 1980 bis Dezember 2021 verwendet wird. Bei vielen Faktorportfolios ergibt sich die Outperformance aus einer aggressiveren Positionierung auf der Short-Seite und einer konservativeren auf der Long-Seite. Dies wiederum bedeutet, dass das charakteristische Signal für Aktien mit unterdurchschnittlicher Wertentwicklung stark ist, während es für Aktien mit überdurchschnittlicher Wertentwicklung tendenziell schwächer ist. Bei gleichgewichteten Portfolios steigt die durchschnittliche Sharpe Ratio des Faktorportfolios um 57 %, während sie sich bei value-gewichteten Portfolios verdoppelt.

In beiden Fällen ist die beobachtete Performanceverbesserung statistisch hoch signifikant und nicht auf einen erhöhten Turnover oder das Tail-Risiko zurückzuführen. Dabei funktioniert das Verfahren auch bei Multi-Faktor-Portfolios. Darüber hinaus haben diese wirtschaftlichen Gewinne auch wichtige Auswirkungen auf die Preisgestaltung von Vermögenswerten, da sie zur Wiederauferstehung vieler dokumentierter Faktoren führen, die zuvor als unbedeutend galten. Insbesondere steigt die Signifikanzrate der Faktoren bei gleichgewichteten Portfolios von 40 % auf 75,3 % und bei wertgewichteten Portfolios von 18 % auf 55,3 %, selbst wenn eine strenge t-stat-Schwelle von drei angewendet wird.



Quelle: Kagkadis, Lohre, Nolte, Nolte, Vasilas, 2023


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