KI-Boom beeinflusst Aktienstrategien in Emerging Markets
Die Konzentration im MSCI Emerging Markets Index verändert die Anforderungen an aktives Schwellenländer-Management, zeigt eine Analyse von ABS Global Investments. Eine kleine Gruppe von Technologie- und KI-bezogenen Unternehmen prägt inzwischen Gewichtung, Renditebeiträge und Risikosteuerung im Index. Diese sog. EM Fab Five sind TSMC, Tencent, Alibaba, Samsung und SK Hynix. Ende 2025 entfielen auf diese fünf Unternehmen mehr als ein Viertel der Benchmark-Exponierung. Zugleich trugen sie zwischen 2023 und 2025 nahezu 40% zur Gesamtrendite des Index bei, bei einem durchschnittlichen Indexgewicht von rund 20%. Die Indexgewichtung des taiwanischen Chipproduzenten TSMC stieg von 3% im Jahr 2015 auf über 12% im Januar 2026.

Quelle: ABS Global Investments
Frühere Konzentrationsphasen, etwa während der Dotcom-Ära oder des Rohstoff-Superzyklus in Schwellenländern, seien überwiegend zyklisch oder regional geprägt gewesen, meinen die Autoren. Die aktuelle Führungsrolle der EM Fab Five beruhe dagegen auf der globalen KI-Transformation und der Einbindung dieser Unternehmen in internationale Technologie-Lieferketten. Zusätzlich verstärkt der wachsende Anteil passiver Strategien die Indexmechanik: Passive Anlagen stiegen im Schwellenländer-Universum von knapp 10% der Assets under Management im Jahr 2005 auf 41% Ende 2025. Für aktives Management bedeutet dies, dass Positionslimits stärker relativ zur Benchmark kalibriert, große Untergewichtungen bewusst begründet und Tracking Error diszipliniert gesteuert werden müssen.

Quelle: ABS Global Investments
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Schwellenländeraktien jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Equity Emerging Markets. Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 34 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.