09.04.2015 | Studie

Investoren nutzen ETFs anstelle aktiver Manager

Der jährlich durchgeführte EDHEC European ETF Survey hat für das Jahr 2014 gezeigt, dass unter den befragten 222 europäischen institutionellen Investoren insbesondere bei klassischen Produkten die Zufriedenheit auf konstant hohem Niveau liegt. Seit 2011 liegt der Anteil der Befragten, der eine Ausweitung der ETF-Engagements plant, stabil bei rund 60 %. Lediglich 3 % gehen von einer Reduzierung ihrer ETF-Positionen aus. Auffällig ist, dass ETFs nicht nur zunehmend als Substitut für andere Indextracker genutzt werden, beispielweise Futures. Mit 64 % sieht eine Mehrheit von Investoren die passiven Produkte auch als Substitut für aktives Management an. Im Wesentlichen ist diese Entwicklung hin zu ETFS bedingt durch Kostenoptimierung (70 %) und Performanceverbesserung (45 %). Generell sehen 97 % ETFs als Produkte mit guter oder sehr guter Tracking-Qualität. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass Arbitrage-Geschäft zwischen Index und unterliegenden Werten praktisch nicht mehr vorkommen.


Quelle: EDHEC-Risk Institute

Ein weiterer Schwerpunkt der Studie liegt auf Smart-Beta-ETFs. Bislang nutzen 25 % der Befragten ETFs auf Smart-Beta-Indizes, weitere 40 % planen, in diesem Segment Exposures aufzubauen. Vier der sechs Themenfelder, bei denen Investoren ihre Priorität sehen, sind Smart-Beta-Ansätze. Grund für diese Entwicklung ist die mehrheitliche Überzeugung der Anleger, dass sich durch Smart-Beta-Produkte entsprechende Faktorprämien vereinnahmen lassen, wobei das größte Potential in Value und Small Cap gesehen wird. Wichtigste Anforderung bei diesen Produkten ist die volle Transparenz der angewandten Methoden und Risiken (88 %). Neben Smart-Beta-Produkten stehen Emerging-Markets-ETFs im Fokus.


Quelle: EDHEC-Risk Institute

Am zufriedensten waren die Anleger mit Staatsanleihen-ETFs (94 %), gefolgt von Aktienprodukten (91 %) und Corporate-Bond-ETFs (90 %). Alternative Asset-Klassen, darunter Rohstoff- (72 %) oder Hedgefonds-ETFs (62 %) erzielen dagegen eine deutlich niedrigere Zustimmung. Auch schwankt die Zufriedenheit im Zeitablauf sehr viel stärker. Ein Grund hierfür kann in der Schwierigkeit der Abbildung illiquider Anlageklassen in Indizes liegen.

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