Investmentstrategien von Staatsfonds
Eine im April erschienene Research-Arbeit von Mitarbeitern der Universitäten di Torino, Oklahoma und der Monitor Group untersucht die Investmentaktivitäten von Staatsfonds (Sovereign Wealth Funds, SWFs). Als Datenbasis dienen 1.216 Transaktionen von 35 SWFs zwischen 1986 und 2008, die der kürzlich erschaffenen Monitor-FEEM SFW Database entnommen wurden. Anhand der Daten wird die Asset Allocation der Fonds untersucht, sowie mittels "Event Studies" die Selektionsfähigkeiten der SWFs analysiert.
Die größten SWFs nach Assets under Management
Quelle: Bortolotti, Fotak, Megginson, Miracky (2009)
SWFs unternahmen demnach in diesem Zeitraum große Transaktionen in Listed und Unlisted Equity, Real Estate und Private Equity. Die Transaktionen dienen überwiegend zum Kauf einer signifikanten Minderheitsbeteiligung. Das durchschnittliche Investment der Stichprobe betrug 441 Mio. US-Dollar zum Kauf von durchschnittlich 42,3% Unternehmensanteil (Median: 55 Mio., 26,2%).
Investmencharakteristika
Quelle: Bortolotti, Fotak, Megginson, Miracky (2009)
Die Käufe wurden überwiegend in privat vereinbarten Transaktionen vorgenommen, z. B. im Zuge von Kapitalerhöhungen, und sind vermutlich nicht zur Übernahme der Unternehmenskontrolle konzipiert worden.
Mehr als 90 Mrd. US-Dollar wurden zwischen Juli 2005 und Oktober 2008 in den Finanzsektor der USA und in Europa investiert. Damit trugen SWFs wesentlich zur Stabilisierung während der Finanzkrise bei, wurden allerdings auch besonders schwer von Wertverlusten betroffen.
Die Event Studies ergaben, dass eine SWF-Transaktion eine positive abnormale Rendite von 0,9% um den Ankündigungstag erzielt. Diese könnte allerdings auch durch Nachfrage der Transaktion selbst verursacht werden. Interessant ist, dass die abnormale Rendite für ein Jahr -15,89% beträgt. Die Autoren vermuten, dass SWFs Unternehmen mit schächerer Performance anvisieren, um politische Restriktionen bzw. Opposition im Zielland zu vermeiden, oder dass Investments getätigt werden, die die heimische Wirtschaft unterstützen sollen.
Event Study
Quelle: Bortolotti, Fotak, Megginson, Miracky (2009)