14.05.2018 | Research

Integrierte vs. gemischte Multi-Faktor-Portfolios

Tzee-Man Chow, Feifei Li und Yoseop Smith von Research Affiliates haben in einem Forschungsbericht zwei Methoden zur Konstruktion von Multi-Faktor-Portfolios verglichen. Beim integrativen Ansatz werden die Einzeltitel über das durchschnittliche Exposure zu allen Zielfaktoren gleichzeitig ausgewählt, der gemischte Ansatz sieht die Kombination von Einzelfaktorportfolios vor. Historisch ist der integrative Ansatz das klassische Verfahren, in den letzten Jahren haben gemischte Faktorportfolios jedoch ein deutlich größeres Gewicht gewonnen – den bisherigen Untersuchungen, nach denen integrative Strategien höhere Renditen erzielen zum Trotz. Die Autoren fokussieren sich auf Long-Only-Kombinationen der Faktoren Value, Momentum, Profitability, Investment und LowBeta in den USA. Für den Zeitraum 1968 bis 2016 ergibt sich in Übereinstimmung mit anderen Arbeiten eine höhere Rendite des integrativen Ansatzes bei geringerer Volatilität.


Quelle: RAFI

In diesem Zusammenhang weisen die Autoren allerdings noch auf andere Eigenschaften der Portfolios hin: Zwar ist die Performance des integrativen Ansatzes besser, jedoch ist das Portfolio deutlich stärker konzentriert. Gleichzeitig ist der Turnover mehr als doppelt so hoch. Dies führt zu erheblich höheren Umsetzungskosten. Die erwarteten Market-Impact-Kosten des integrativen Ansatzes sind bei einem angenommenen Volumen von 5 Billionen US-Dollar mit 150 Basispunkten mehr als achtmal so hoch wie beim gemischten Ansatz. Auch zeigt sich, dass die höhere Rendite der integrierten Strategie nicht auf größere Faktor-Exposures, sondern auf höheres idiosynkratisches Risiko zurückgeht.


Quelle: RAFI

Abschließend vergleichen die Autoren die Effizienz beider Ansätze in Abhängigkeit von der Anzahl der im Portfolio enthaltenen Titel. Vor Kosten ergibt sich für konzentrierte Portfolios eine höhere Sharpe Ratio für den integrierten Ansatz. Die höheren Kosten eliminieren dien Vorteil unter dem Strich allerdings wieder. Bei breiteren Portfolios ist der gemischte Ansatz vor und nach Kosten effizienter. Auf globaler Ebene ergeben sich qualitativ ähnliche Ergebnisse.


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