Infrastrukturinvestments unter Solvency II
Infrastrukturinvestments unter Solvency II und die Schwächen der Standardformel sind die Themen eines Ende September veröffentlichten Reports von JP Morgan. Die Investmentbank kritisiert, dass bei Anwendung der Standardformel der Heterogenität innerhalb der Asset Klasse keine Bedeutung zukomme. Somit werden für teilweise risikoarme Projekte hohe Eigenkapitalanforderungen fällig.
Quelle: JP Morgan
Zwischen bereits laufenden Core-Investments und Entwicklungsprojekten bestehen große Unterschiede im Rendite-Risikoprofil, insbesondere wenn es um Fremdfinanzierungen von Infrastruktur geht. Diese sind gerade für institutionelle Investoren aufgrund ihrer Langfristigkeit und der stabilen Cashflows interessant. Darüber hinaus sind diese Verbindlichkeiten oft mit den Infrastrukturprojekten besichert, bieten also hohe Sicherheit des eingesetzten Kapitals. Die Verzinsung ist mit durchschnittlich 2-3 % über Libor zudem sehr attraktiv.
Quelle: JP Morgan
Unter der Standardformel für Solvency II würde die Eigenkapitalunterlegung jedoch mit dem "Spread Risk Sub-Module" bestimmt werden. Da die Spreads für Infrastruktur-Fremdfinanzierungen ungefähr zwischen den Rating-Kategorien A und BBB liegen, gleichzeitig aber eine deutlich geringere Volatilität aufweisen, wird die Anwendung laut JP Morgan zu einer Überschätzung der Eigenkapitalanforderungen führen. Dies können Versicherungen mit einem internen Berechnungsansatz umgehen.