Infrastrukturbedarf für grünes Wasserstoffnetzwerk
Deutschland wird langfristig auf Importe von grünem Wasserstoff angewiesen sein, da die nationalen erneuerbaren Energiepotenziale nicht ausreichen, um den erwarteten Bedarf zu decken. Dies zeigt ein dreijähriges Forschungsprojekt des Fraunhofer Instituts, das das globale Import-Export-Netzwerk untersucht und im November seinen Abschlussbericht veröffentlicht hat.
Bis 2030 könnte der Bedarf an grünem Wasserstoff und seinen Derivaten in Deutschland etwa 95 bis 130 TWh erreichen, von denen 50 bis 70 % importiert werden müssen. Hierbei gewinnen einerseits Partnerschaften mit Ländern an Bedeutung, die über große Potenziale an erneuerbaren Energien verfügen, wie beispielsweise Marokko, Chile, Kanada und Australien.
Prognostizierte Wasserstoffnachfrage in Deutschland

Quelle: Fraunhofer-Institut, HYPAT-Projekt
Andererseits ist eine strategische Infrastrukturplanung essenziell. Hafenanlagen, Pipelines und Terminals für den Transport von Wasserstoff und seinen Derivaten müssen errichtet werden. Die Entwicklung flexibler Transportwege per Schiff und Pipeline ist eine wesentliche Voraussetzung für langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Flüssigwasserstoff und Ammoniak stellen die wirtschaftlichsten Transport- und Exportformen dar, wobei die Transportkosten nur einen geringen Anteil an den Gesamtkosten ausmachen. Für Deutschland werden die Importkosten bis 2030 auf zwischen 3,5 und 6,5 EUR/kg und bis 2050 zwischen 2,5 und 4,5 EUR/kg geschätzt. Der Bericht hebt hervor, dass eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen muss. Fragen wie die Wasserverfügbarkeit in trockenen Regionen und die politische Stabilität der Exportländer sind essenziell.
Herstellung von Wasserstoff und Derivaten

Quelle: Fraunhofer-Institut, HYPAT-Projekt
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