Impact Investing in Deutschland noch unterentwickelt
In einem ausführlichen Bericht, der bereits Ende vergangenen Jahres erschienen ist, untersuchen Melinda Weber von Impact In Motion und Prof. Barbara Scheck von der Universität Hamburg den Markt für das sogenannte Impact Investing in Deutschland. Ziel von Impact Investing ist es, privates Kapital für soziale Vorhaben und Innovationen zu mobilisieren. Neben etablierten Finanzierungsformen wie Darlehen oder Beteiligungen können Social Impact Bonds, deren Rendite an soziale Wirkungen gebunden ist, eine geeignetes Produkt darstellen. Der Begriff Impact Investing ist nicht abschließend definiert, der Report schätzt jedoch, dass in Deutschland derzeit rund 24 Mio. Euro dem Segment zugeordnet werden können.
Quelle: Impact In Motion
Das Marktpotenzial ist um einiges höher, allerdings mangelt es noch an der notwendigen Infrastruktur. Standardisierte Investmentprodukte, investierbare soziale Projekte und effiziente Intermediäre befinden sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Für einen beschleunigten Marktaufbau appelliert der Report an staatliche Investitionen. Insbesondere Stiftungen könnten bei geeignetem Angebot schnell als Nachfrager auftreten und ihrem Stiftungszweck bereits bei der Kapitalanlage nachkommen.
Quelle: Impact In Motion
In Deutschland wird das Wachstum von Sozialunternehmen vom Familienministerium und der KfW gefördert. Bis zu 200.000 Euro pro Einzelfall stellt ein Förderprogramm zur Verfügung. Auch die Europäische Kommission wird im Rahmen der "Social Business Initiative" 90 Mio. Euro für Impact Investments bereit stellen.
In anderen Ländern ist die Entwicklung weiter fortgeschritten. Die britische Regierung gründete bereits eine Social Investment Bank, die mit rund 600 Mio. Pfund den Aufbau einer Impact-Investing-Industrie in Großbritannien vorantreiben soll. Social Impact Bonds wurden bereits in den USA und dem Vereinigten Königreich aufgelegt.