19.04.2016 | Research

Hochfrequenztrader beeinflussen Handelskosten institutioneller Investoren

Vincent van Kervel, Pontificia Universidad Católica de Chile, und Albert J. Menkveld von der VU University Amsterdam, haben in einem aktuellen Forschungspapier die Einflüsse von High Frequency Trading (HFT) auf die Effizienz der Orders institutioneller Investoren untersucht. Hierzu stützen sich die Autoren des Aufsatzes „High Frequency Trading around Large Institutional Orders“ auf ein Datensample für den Zeitraum 2001 bis 2013, das neben öffentlichen Informationen zu den Aktivitäten der HFT auch nichtöffentliche Daten zu den Orderausführungen vier großer institutioneller Investoren im schwedischen Aktienmarkt umfasst. Üblicherweise müssen die Aufträge von Großinvestoren (institutional Orders) über den Tag auf eine Reihe kleinerer Orders (Child Orders) verteilt werden, um den Preis-Impact gering zu halten. Während der ersten Stunde, in denen die institutional Orders teilausgeführt werden, stehen HFT mehrheitlich auf der Gegenseite, schwenken aber bei mehrstündigen Ausführungen auf die gleiche Seite um. Dieses „Mit-dem-Strom-Schwimmen“ bei Käufen und Verkäufen scheint ursächlich durch die Präsenz institutioneller Investoren bedingt zu sein.


Quelle: van Kervel, Menkveld (2016)

Weiterhin ist zu beobachten, dass der Implementation Shortfall, also die Verschlechterung des Ausführungspreises über die Ausführungsdauer der in mehrere Tranchen gesplitteten institutionellen Order, signifikant mit dem HFT Nettoflüssen korreliert ist. Die Autoren zeigen, dass die Handelskosten um 46 % niedriger ausfallen, wenn die HFT sich auf der Gegenseite der institutionellen Investoren befinden, aber um 169 % höher, wenn sie gleichgerichtet handeln. Grund für das Umschwenken der HFT im Verlauf der Ausführung von Großorders scheint das „Hinterherlaufen“ hinter informierten Investoren zu sein.

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