Herausforderungen und Erfolgsfaktoren von Family Offices
Die Zahl der Family Offices, insbesondere der Single Family Offices (SFOs) in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. Das zeigt eine Studie von Roland Berger, die sich mit Trends des Segments in Deutschland befasst und die wichtigsten Erfolgsfaktoren nennt.
Derzeit existieren im DACH-Raum etwa 350 bis 450 SFOs, ein Großteil davon (70 %) wurde seit dem Jahr 2000 gegründet. Dieser Boom ist den Autoren zufolge auf einen Vertrauensverlust in Banken sowie gestiegene Verkäufe von Familienunternehmen zurückzuführen.
Family Offices professionalisieren sich zunehmend und nehmen dadurch institutionellen Charakter an. Das ist u.a. auf Generationenwechsel zurückzuführen, bei denen Strukturen, Prozesse sowie Anlageentscheidungen und -ziele angepasst werden.

Quelle: Roland Berger (2021)
Die Professionalisierung, die Erzielung attraktiver Renditen und der Kapitalerhalt im Niedrigzinsumfeld sind Gründe für einen stärkeren Fokus auf alternative Anlageformen wie Direktbeteiligungen. Damit verfolgen Family Offices und Private-Equity(PE)-Unternehmen ähnliche Geschäftsmodelle und stehen zunehmend im Wettbewerb.
SFOs investieren Mittel, die aus dem Familienvermögen stammen und nicht am Kapitalmarkt eingeworben und innerhalb eines bestimmten Zeitraums zurückgezahlt werden müssen. PE-Fonds stehen damit unter einem höheren Anlagedruck. SFOs priorisieren zudem den Kapitalerhalt für nachfolgende Generationen und nicht-finanzielle Ziele wie bspw. die Einhaltung bestimmter ESG-Kriterien oder andere Familienwerte, wohingegen PE-Fonds renditefokussiert agieren. Zu den Vorteilen von SFOs gegenüber PE-Fonds gehören eine langfristige Orientierung, spezifische Expertise und ein Feingefühl im Umgang mit Familienunternehmen und daraus erwachsende Vertrauenswürdigkeit.

Quelle: Roland Berger (2021)
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