Herausforderungen für die Asset-Management-Industrie
Die schwachen Nettozuflüsse und die insgesamt negative und turbulente Entwicklung des Finanzmarktes resultierten in einem stagnierenden Wachstum der globalen Assets under Management. Zu diesem Ergebnis kommt die Boston Consulting Group in einer Studie zur Entwicklung der Asset-Management-Industrie. Befragt wurden 140 Asset Manager mit einem verwalteten Vermögen von 40 Billionen USD.
Wurden seit 2008 noch jährliche Wachstumsraten von 5 % erzielt, stieg das Volumen der AuM im Jahr 2015 lediglich um 1 % von 70,5 Billionen USD auf 71,4 Billionen USD. Die Nettozuflüsse fielen auf 1,5 % und erreichten somit das niedrigste Niveau seit 2013.
Quelle: Boston Consulting Group
Der stärkste Rückgang war in Nordamerika (1 %), im Mittleren Osten und in Afrika (10 %) zu verzeichnen. Die größten Zuwachsraten wurden hingegen in Lateinamerika (7 %) und in Europa (3 %) – vor allem in Frankreich, Deutschland und Italien – erreicht. Einen starken Anstieg der Nettozuflüsse verzeichnete z.B. Deutschland mit über 5 %. Die Nettorendite, aber auch die Asset-Management-Kosten sind gegenüber 2014 gestiegen, um 3 % bzw. 4 %.
Im Jahr 2015 konnte zudem ein Wechsel von aktiv gemanagten zu passiven Produkten beobachtet werden, in Europa insbesondere zu passiven Anleihenfonds und Speciality-Fonds. Bei europäischen Aktien überstiegen passive Investments sogar das aktive Pendant um 7 Milliarden USD. Ein Wandel ist auch innerhalb des Alternative-Segments zu erkennen. So nimmt die Allokation in Hedgefonds zugunsten von Private Equity, Real Estate, Infrastruktur und Private Debt ab.
Die Herausforderungen für die Asset-Management-Industrie resultieren insbesondere aus Fortschritten in der IT-Technologie und regulatorischen Neuerungen. So müssen sich Asset Manager verstärkt mit Methoden wie Advanced Analytics, Machine Learning oder Big Data auseinandersetzen, um im aktuellen Marktumfeld bestehen zu können, was mit weitreichenden strukturellen Veränderungen einhergeht. Zusätzlich wächst der Druck durch neue Regularien. Bei einigen Unternehmen sind demnach umfassende Richtlinien zum Risikomanagement noch nicht umgesetzt.
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