Hedgefonds erzielen mit kurzfristigen Short-Positionen positives Alpha
Jaewon Choi und Neil D. Pearson von der Universität Illinois sowie Shastri Sandy von der Beratungsgesellschaft Brattle Group haben in dem Forschungspapier „A First Glimpse into the Short Side of Hedge Funds“ die Profitabilität der Leerverkäufe von Hedgefonds untersucht. Der verwendete Datensatz umfasst tägliche Daten für den Zeitraum 1999 bis 2011 und deckt 53 Hedgefondsgesellschaften sowie 141 institutionelle Investoren ab. Es zeigt sich, dass Hedgefonds für Leerverkäufe, die binnen fünf Tagen wieder geschlossen werden, eine abnormale tägliche Rendite von 14 Basispunkten erzielen. Bei einer längeren Haltedauer der Short-Positionen lässt sich keine signifikante abnormale Rendite feststellen. Dem gegenüber stehen andere institutionelle Investoren, für die kurzfristig wieder geschlossene Short-Positionen mit einem Verlust von 10,8 Basispunkten pro Tag einher gehen. Diese Investorengruppe dagegen erzielt für längerfristige Leerverkäufe mit Haltedauern von 21 bis 63 Tagen abnormale positive Renditen von 2,6 Basispunkten pro Tag. 
Quelle: Choi, Pearson, Sandy (2016)
Ein Grund für die Erfolge von Hedgefonds mit kurzfristigen Leerverkäufen sehen die Autoren in der Eröffnung der Positionen kurz vor Veröffentlichung der Umsatzahlen von Unternehmen mit negativem Überraschungseffekt, was auf private Informationen der Hedgefonds schließen lässt. Für andere Investoren findet sich kein solcher Zusammenhang. Ein anderer Erklärungsansatz für den Erfolg der Hedgefonds bei kurzfristigen Leerverkäufen ist die Bereitstellung von Liquidität. Dieser Erfolg der Hedgefonds ist über die Zeit gesehen persistent, was ein Indikator für die Fähigkeiten des Fondsmanagements für Short Sellings ist. Für Long-Positionen von Hedgefonds lässt sich dagegen übereinstimmend mit anderen wissenschaftlichen Untersuchungen keine abnormale Rendite nachweisen.
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