Harmonisierung grenzübergreifender Pensionsverpflichtungen in Europa
AEGON Global Pensions hat für die im November veröffentlichte "European Pension Study" Entscheider in 15 multinationalen Unternehmen, der Europäischen Kommission und in zwei nationalen Aufsichtsbehörden nach ihrer Auffassung zum Umgang mit Pensionsverpflichtungen in Europa befragt.
Ziel war es, vor dem Hintergrund einer möglichen Harmonisierung der Rentenansprüche auf europäischer Ebene, einen Einblick in die verschiedenen Sichtweisen zu gewinnen. Bei der Ausgestaltung der Pensionssysteme in multinationalen Unternehmen lassen sich demnach vier Typen unterscheiden. "Pragmatists" und "Traiblazers" zeichnen sich durch eine zentralisierte Governance aus. Erstere sind durch autonome lokale Niederlassungen und starkem Fokus auf ein Kerngeschäft gekennzeichnet und insgesamt am wenigsten an europäischen Pensionslösungen interessiert. "Trailblazers" dagegen sind etablierte Unternehmen mit großer In-House Expertise, typischerweise First Mover bei europäischen Lösungen und generell stark an grenzübergreifenden Rentenvehikeln interessiert.
Quelle: AEGON (2011)
Dezentrale Governance definiert "Visionaries" und "Transformers". Letztere sind etablierte Unternehmen in wettbewerbsintensiven und durch hohe M&A-Aktivitäten gekennzeichneten Märkten. Sie sind eher an kurzfristigen Pensionslösungen interessiert und verfolgen einen "wait-and-see" Ansatz in Hinblick auf europäische Pensionen. "Visionaries" sind Unternehmen, die ein starkes Wachstum aufweisen, und erst verzögert ihre Pensionsstruktur aufbauen. Sie sind generell sehr interessiert an harmonisierten Lösungen, handeln allerdings abwartend und beobachten das Verhalten der "Trailblazer".
Quelle: AEGON (2011)
Das Interesse an der Einführung einer einfachen pan-europäischen Lösung, etwa eines europäischen 401(k), zeigen allerdings grundsätzlich alle vier Typen. Die Europäische Kommission beabsichtigt eine weitere Liberalisierung voranzutreiben und "road blocks" zu entfernen. In 2012 soll eine überarbeitete Richtlinie für IORPs (Institutions for Occupational Retirement Provision) vorgestellt werden, die die Vorteile des gemeinsamen Binnenmarkts besser ausschöpft. Dabei handelt die Kommission jedoch, wie so oft, im Spannungsfeld der nationalen Gesetzgebungen aller 27 Mitgliedsstaaten.