Große Koalition will Alternative Investments stärken - Abgeltungssteuer kann Durchbruch für Hedgefonds bringen
SPD und Union räumen in ihrem Koalitionsvertrag der Entwicklung
des Finanzmarktes in Deutschland große Bedeutung ein. So will die neue
Regierung das Unternehmensbeteiligungsgesetz zu einem
Private-Equity-Gesetz fortentwickeln. Bislang gibt es auf diesem rapide
wachsenden Gebiet keinen organisierten öffentlichen Markt. Die
Spielregeln, nach denen sich Angebot und Nachfrage finden, gelten als
komplex und wenig transparent. Eine stärkere Regulierung von Hedgefonds
ist dagegen nicht geplant. Nur auf internationaler Ebene will sich die
Bundesregierung für eine angemessene Aufsicht und Transparenz einsetzen.
Entgegen anderslautenden Meinungen ist die Einführung einer allgemeinen
Abgeltungssteuer bei Veräußerungsgewinnen von Immobilien und
Wertpapieren in Deutschland noch keine beschlossene Sache. Von einer
solchen Steuer steht zumindest im von SPD und CDU/CSU ausgehandelten
Koalitionsvertrag kein Wort. Allerdings würde diese Steuer entscheidend
dazu beitragen können, dass mehr Hedgefonds-Produkte in Deutschland
angeboten werden könnten, da die komplexe und mit Kosten verbundene
Ermittlung der steuerlich relevanten Bestandteile entfallen könnte
(Steuertransparenz). Im Moment leidet die Industrie noch stark unter
dieser Hürde und läßt Investoren primär auf strukturierte Produkte
(Zertifikate und andere schuldrechliche Konzepte) ausweichen, die
vollständig steuerfreie Gewinne ermöglichen.
Das Regierungsbündnis spricht sich ferner für die Einführung von Real
Estate Investment Trusts (REITs) aus. Mit den REITs soll ein liquider
Immobilienhandel möglich werden, den es so in Deutschland nicht gibt.
Die Koalitionäre wollen zuvor sicher stellen, dass eine verlässliche
Besteuerung der Erträge beim Anleger gesichert ist und positive
Wirkungen auf Immobilienmarkt und Standortbedingungen zu erwarten sind.
zurück