21.11.2005 | 

Große Koalition will Alternative Investments stärken - Abgeltungssteuer kann Durchbruch für Hedgefonds bringen

SPD und Union räumen in ihrem Koalitionsvertrag  der Entwicklung

des Finanzmarktes in Deutschland große Bedeutung ein. So will die neue

Regierung das Unternehmensbeteiligungsgesetz zu einem

Private-Equity-Gesetz fortentwickeln. Bislang gibt es auf diesem rapide

wachsenden Gebiet keinen organisierten öffentlichen Markt. Die

Spielregeln, nach denen sich Angebot und Nachfrage finden, gelten als

komplex und wenig transparent. Eine stärkere Regulierung von Hedgefonds

ist dagegen nicht geplant. Nur auf internationaler Ebene will sich die

Bundesregierung für eine angemessene Aufsicht und Transparenz einsetzen.

Entgegen anderslautenden Meinungen ist die Einführung einer allgemeinen

Abgeltungssteuer bei Veräußerungsgewinnen von Immobilien und

Wertpapieren in Deutschland noch keine beschlossene Sache. Von einer

solchen Steuer steht zumindest im von SPD und CDU/CSU ausgehandelten

Koalitionsvertrag kein Wort. Allerdings würde diese Steuer entscheidend

dazu beitragen können, dass mehr Hedgefonds-Produkte in Deutschland

angeboten werden könnten, da die komplexe und mit Kosten verbundene

Ermittlung der steuerlich relevanten Bestandteile entfallen könnte

(Steuertransparenz). Im Moment leidet die Industrie noch stark unter

dieser Hürde und läßt Investoren primär auf strukturierte Produkte

(Zertifikate und andere schuldrechliche Konzepte) ausweichen, die 

vollständig steuerfreie Gewinne ermöglichen.

Das Regierungsbündnis spricht sich ferner für die Einführung von Real

Estate Investment Trusts (REITs) aus. Mit den REITs soll ein liquider

Immobilienhandel möglich werden, den es so in Deutschland nicht gibt.

Die Koalitionäre wollen zuvor sicher stellen, dass eine verlässliche

Besteuerung der Erträge beim Anleger gesichert ist und positive

Wirkungen auf Immobilienmarkt und Standortbedingungen zu erwarten sind.

 

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