12.05.2006 | 

Grenzen zwischen Private Equity und Hedgefonds verschwimmen

Die weltweit hohe Liquidität ist dafür verantwortlich, dass die beiden alternativen Anlageklassen Hedgefonds und Private Equity immer enger aneinander rücken. ?Die Unterschiede zwischen dem, was Private-Equity-Gesellschaften und was Hedgefonds machen, werden immer kleiner", sagte Peter Cohen, Gründer des US-Hedgefonds Ramius Capital auf der 6. Handelsblatt-Tagung ?Private Equity? in Frankfurt.

Ein "Tsunami von Geld" ergieße sich derzeit über die Märkte, sagte Cohen. Insgesamt haben Private-Equity-Firmen weltweit 350 bis 400 Milliarden Dollar und Hedgefonds 1200 Milliarden Dollar zur Verfügung - und stehen unter Anlagedruck. ?Wir wollen aber ein langfristiger Anleger sein, ein Partner?, sagte Cohen.

Dabei wechseln Hedgefonds häufiger auf die Private-Equity-Seite als andersherum, auch da Private-Equity-Häuser an ihre festen Fondsstrukturen gebunden sind. Jüngstes Beispiel sei der Kauf eines 4,5-Prozent-Anteils an der Deutschen Telekom durch Blackstone. Hedgefonds dagegen können freier anlegen. Inzwischen verlangen sie von ihren Investoren auch längere Haltefristen - typisch für Beteiligungsgesellschaften. Bei Ramius betrage die Frist mindestens ein Jahr, sagte Cohen. "Einige Anleger geben uns auch Geld für sieben Jahre." Um längerfristig zu investieren, denkt  Cohen auch mit der Aufnahme von Geld an der Börse, wie es die Beteiligungsfirma KKR vorgemacht hat, nach. ?Es gibt aber keine konkreten Pläne", so Cohen.

Den Vorwurf der Private-Equity-Branche, Hedgefonds schafften keine operative Wertsteigerungen, wies Cohen zurück. "Private-Equity-Firmen wissen nicht mehr darüber, wie man ein Geschäft managt, als ich. Der große Erfolg von Private Equity in den vergangenen zehn Jahren beruhte vor allem auf Finanz-Engineering."  2005 war jedoch ?kein großartiges Jahr", räumte Cohen ein. "Den Rückstand haben wir aber 2006 schon aufgeholt." Über die vergangenen zehn Jahre habe Ramius Renditen von rund zehn Prozent jährlich erzielt.

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