Gratwanderung für Schweizer Pensionskassen
Die Investition der Vorsorgegelder in ein breit diversifiziertes Portfolio von Anlageklassen und Renditequellen (Obligationen, Aktien, Immobilien, Hedgefonds, Private Equity) ist für Schweizer Pensionskassen die einzige Möglichkeit, langfristig die notwendigen Anlageerträge zu erzielen. In einem Beitrag für die Neue Züricher Zeitung beleuchten Dr. Andreas Schlatter, Leiter des Schweizer Geschäfts bei UBS Global Asset Management, und Aaron Matzinger, verantwortlich bei UBS GASM für die Entwicklung von BVG-Strategien, die Gratwanderung für Schweizer Pensionskassen.
Quellen der Erträge sollten nach Ansicht der Autoren einerseits die Risikoprämien verschiedener Anlageklassen und andererseits die Fähigkeit aktiver Manager sein, durch geschickte Selektion von Anlagen Mehrwert zu schaffen. Gleichzeitig sollte sich jede Pensionskasse Gedanken machen, die Laufzeitenstruktur der investierten Obligationen zu verlängern. Die durchschnittliche Laufzeit der Obligationenportfolios von Pensionskassen dürfte 5 bis 7 Jahre betragen, diejenige der Verpflichtungen liegt in der Regel deutlich über 10 Jahren, schreiben Schlatter und Matzinger. Durch diese Differenz sei der ökonomische Deckungsgrad erheblichen Schwankungen ausgesetzt.
Der Ansatz, in möglichst breit diversifizierte Portfolios zu investieren und die Fristenverlängerung der Obligationen im günstigen Zeitpunkt anzustreben, dürfte langfristig die sinnvollste Anlagevariante sein, um die verfassungsmässigen Ziele im Einklang mit den Interessen aller Anspruchsgruppen der Pensionskassen zu erreichen. Es sei erfreulich zu sehen, dass viele Pensionskassen bereits heute ihr Anlageuniversum erweitern und somit von den geschaffenen gesetzlichen Spielräumen Gebrauch machen. Aus der Gleichung "Leistungen = Beiträge + Anlageerträge" lasse sich feststellen, dass Sicherheit nur durch die Erhöhung der Beiträge oder Reduktion der Leistungen erkauft werden könne.
zurück